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Xaro 11.02.2007 22:45:19

Zitat:

Zitat von birnchen (Beitrag 1184487)
sorry wenn ich das so sage. nur weil du an so nen mist glaubst könnten mehrere leute sterben weil sie deine organe mal nicht bekommen können weil sich vielleicht deine eltern dagegen entscheiden. soviel zum thema soziale verantwortung. man man man, es könnte mal dein kind sein was ein spenderorgan braucht. willst du zugucken wie es stirbt, nur weil jemand schiß hat man könnte ihm zu früh den stecker ziehen?

Was soll das denn? Ob du es glaubst oder nicht, es wäre noch nicht einmal eine Schande sich vollständig gegen jede Organentnahme zu entscheiden. So einfach und sicher wie du es darstellst ist die Sache mit der Organspende nämlich nicht. Nur weil es der aktuelle Wissensstand der Medizin ist, ist noch lange nicht gesagt, dass dem Hirntod auch immer und zwingend der Zusammenbruch des Herz-Kreislaufsystems folgen muss und das er immer und zwingend irreversibel ist. Auch die Feststellung des Hirntods enthält ein gewisses Maß an Unsicherheit, denn diejenigen, die den Hirntod feststellen sind nur Menschen - und die können Fehler machen. Selbst wenn man also den Hirntod als endgültigen Tod akzeptiert, kann man berechtigte Zweifel an der Organspende haben. Und das obwohl die gesetzlichen Bestimmungen vollständig umgesetzt sind, das System also quasi "perfekt" funktioniert.

Liquid0815 zweifelt aber nun sogar die Sicherheit des Spenderorganverteilsystems an. Dazu hat er jedes Recht und seine Zweifel sind auch berechtigt, weil auch hier nur Menschen am Werk sind und solche Systeme, die das Leben des potentiellen Organspenders schützen sollen, versagen können.

Ob man einen Organspendeausweis bei sich trägt oder nicht und was dann möglicherweise drinnen steht, das ist die persönliche Entscheidung jedes Einzelnen. Ich halte es auch für richtig wenigstens ein Mal mit seinen Angehörigen über das Thema gesprochen zu haben, damit diese durch eine evtl. nötige Entscheidung nicht völlig überfordert werden (und auch damit die eigenen Wünsche durchgesetzt werden) - aber letztlich muss auch das jedem selber überlassen werden.

Und die Entscheidung die da jeder für sich trifft, die hat ganz einfach akzeptiert zu werden und ist kein Grund für persönliche Angriffe.

Die Idee Organentnahme erstmal grundsätzlich zu legitimieren und den Menschen lediglich ein Verweigerungsrecht einzuräumen halte ich übrigens für sehr bedenklich.

Gruß Malte

Liquid0815 11.02.2007 22:53:30

Zitat:

Zitat von Xaro (Beitrag 1184794)
Die Idee Organentnahme erstmal grundsätzlich zu legitimieren und den Menschen lediglich ein Verweigerungsrecht einzuräumen halte ich übrigens für sehr bedenklich.

Was spricht deiner Meinung nach dagegen?

Xaro 11.02.2007 23:01:53

Zitat:

Zitat von Liquid0815 (Beitrag 1184832)
Was spricht deiner Meinung nach dagegen?

Die Tatsache, dass dann die Doktrin gilt Hirntod = "wirklicher" Tod gilt.

Das ist als "Arbeitshypothese" sicher sinnvoll (besonders wenn man überhaupt Spendenorgane haben möchte ;) ) - aber ich halte es für sehr sinnvoll wenn jede Person einzeln (und durch einen eigenen Entscheidungsprozess) dieser Idee zustimmen muss.

Ums mal sehr überzogen zu formulieren: ich hielte es auch nicht für sinnvoll wenn Pi gesetzlich auf 3,141 592 653 589 793 238 462 definiert würde - auch wenn es wohl außreichend genau wäre um damit zu arbeiten.

Ist das nachvollziehbar?

Gruß Malte

Liquid0815 11.02.2007 23:07:03

halbwegs. :roll:

Denn jede Person wird auch in Zukunft darüber selbst bestimmen dürfen, ob ihre Organe gespendet werden, oder nicht, da man eine Spende ja immernoch verhindern kann. Am besten wäre ein Datenbank, auf die alle Krankenhäuser zugreifen könnten, nachdem der 100%ige Tod festgestellt wurde. Und zwar erst wirklich dann erst. Das würde auch vorbeugen, eventuelle Angehörige nicht zu erreichen oder ähnliches. :roll:

Xaro 11.02.2007 23:15:54

Zitat:

Zitat von Liquid0815 (Beitrag 1184886)
Am besten wäre ein Datenbank, auf die alle Krankenhäuser zugreifen könnten, nachdem der 100%ige Tod festgestellt wurde. Und zwar erst wirklich dann erst. Das würde auch vorbeugen, eventuelle Angehörige nicht zu erreichen oder ähnliches. :roll:

Da irrst du, und da liegt auch das eigentliche Problem der Organspende. Die Organe eines Toten nützen niemandem mehr etwas. Der Mensch muss noch leben damit seine Organe transplantiert werden können. Darum wird definiert, dass der Hirntod bereits der endgültige Tod ist. Das ist wie gesagt eine Definition (eine gut begründete natürlich) aber keine medizinische Tatsache.

Selbst wenn man diese Tatsache akzeptiert, ergibt sich das Problem, dass der Hirntod (im Gegensatz zum vollständigen Zusammenbruch des Herz-Kreislauf-Systems) nicht mit vollständiger Sicherheit diagnostiziert werden kann.

Gruß Malte

voigtcyber 12.02.2007 15:18:04

Zitat:

Zitat von Liquid0815 (Beitrag 1184832)
Was spricht deiner Meinung nach dagegen?

Solange es Keine Datenbank gibt könnte der Arzt z.B. sagen das keine schriftliche Ablehnung zur Organspende vorhanden war.

Wannabe 13.02.2007 10:28:20

Zitat:

Zitat von birnchen (Beitrag 1184487)
sorry, aber das ist echt der größte blödsinn den ich je gehört hab. in deutschland ist alles rechtlich geregelt, auch wann sie deine maschine abstellen dürfen. man du bist echt ein schisser. sorry wenn ich das so sage. nur weil du an so nen mist glaubst könnten mehrere leute sterben weil sie deine organe mal nicht bekommen können weil sich vielleicht deine eltern dagegen entscheiden. soviel zum thema soziale verantwortung. man man man, es könnte mal dein kind sein was ein spenderorgan braucht. willst du zugucken wie es stirbt, nur weil jemand schiß hat man könnte ihm zu früh den stecker ziehen?

Sorry aber Menschen wie dich Verstehe ich echt nicht. Hört sich ja an als ob du Menschen vorhaltungen machst die nicht bereit sind zu Spenden. Dabei bist du doch nichtmal betroffen, oder ?

Naja ich selber bin kein Organspender, möchte auch nicht das meine Organe entnommen werden, habe aber dadurch das ich meine eigene Leber abstoße sehr viel mit anderen zu tun die Leberimplantate haben oder halt noch auf wartelisten stehen. Und von denen ist bis jetzt keiner so verbissen gewesen wie du grad klingst. Sie sind dankbar wenn jemand dazu bereit war, ein Organ zu spenden und sie dadurch Leben können, aber würden niemals jemanden einen Vorwurf machen, nur weil er es nicht möchte. Von daher find ich es auch durchaus O.k., wenn man hier in Deutschland sich drum kümmern muss, wenn man spenden möchte und nicht umgekehrt. Viele junge Menschen denken nicht darüber nach, dass sie bald sterben könnten und einige davon haben vielleicht dennoch nicht den Wunsch das ihnen Organe entnommen werden.

Agroschx 13.02.2007 12:16:34

Hm,

ich hatte mal so nen Ausweis - aber jetzt benötige ich keinen mehr da meine Organe sowieso keiner haben möchte (O-Ton meiner Ärzte).

Zurück zum Thema an sich.

Es ist sicher Schade das es so wenige mögliche Spender gibt, aber das liegt auch sehr daran (in meinen Augen) das es zu wenig Aufklärung gibt. Was meint ihr was ich schon höre wenn ich möchte das sich Leute in die Datenbank für mögliche Spender im Falle von Leukämie eintragen sollen. Viele haben Angst vor Operationen die gar nicht stattfinden. Das als Beispiel. Es liegt also zum großen Teil an der Aufklärung .

Was ich allerdings falsch finde ist wenn es denen die nicht als Organspender registriert sind vorgeworfen wird. Das ist ganz alleine die persönliche Entscheidung jedes einzelnen und egal wie gut oder schlecht man sie findet - diese sollte man auch akzeptieren. Und Totschlagargumente wie z.B. "Wenn es dein Kind wäre...." finde daneben.

birnchen 13.02.2007 12:49:20

naja das is vielleicht bissl falsch rübergekommen. ich werfe es niemandem vor, wenn er sich nicht dazu durchringen kann seine organe zu spenden.

aber es ist faulheit zu sagen ich brauch keinen ausweis, denn dann macht man es seinen angehörigen nur unnütz schwer. und es ist feige zu sagen, ich hatte mal einen ausweis, war also mal bereit dazu, aber nur weil mir nen arzt weismachen wollte, die würden zu schnell den strom abdrehen hab ich jetzt keinen mehr. dieses argument finde ich einfach zu schwach.

ärzte erzählen auch viel wenn der tag lang ist. die erzählen auch immer daß sie nen tolles studium abgelegt haben, aber wenn ich dann so manche von denen hier im praktikum hatte, da kriegt man regelrecht angst daß man wirklich mal richtig krank werden könnte...

Nightfire 13.02.2007 13:17:15

Also ich denke jeder sollte einen Ausweis tragen, dass zeigt wenigstens das man sich mit dem Thema auseinander gesetzt hat. In diesem Ausweis gibt es ja durchaus die Option, die Entscheidung jemand anderem zu übertragen oder die Organspende komplett abzulehnen.

Zum anderen Einwand: Die Illuminaten bringen Organspender im Krankenhaus um, um mit den Organen eine Alien-Mischrasse zu erzeugen. Ist meines erachtens genauso abwegig.

Cya Nightfire

Caro_van_Kuchen 17.02.2007 10:55:10

Mhh....das ist n nettes Thema. Ich hab mir letzte Woche einen Organspendeausweis ausgefüllt und zu meinem Perso getan. Viele Menschen wissen ja garnicht dass man auf sonem Ausweis auch "Nein" ankreuzen kann. Ich möchte es meiner Familie nicht überlassen wollen soetwas zu entscheiden und ich finde es ist sehr wichtig dass man darüber redet.
In einigen Ländern werden ja sogar ohne Organspendeausweis oder fragen der Angehörigen Organe entnommen im falle eines Hirntodes oä....das find ich schon ziemlich krass. Dagegen ist Dtl. ja noch echt "unterbemittelt". Die Aufklärungsarbeit in dem Bereich kommt in jedem fall zu kurz. Da muss was getan werden!

voigtcyber 17.02.2007 11:24:50

Zitat:

Zitat von Caro_van_Kuchen (Beitrag 1210276)
Mhh....das ist n nettes Thema. Ich hab mir letzte Woche einen Organspendeausweis ausgefüllt und zu meinem Perso getan. Viele Menschen wissen ja garnicht dass man auf sonem Ausweis auch "Nein" ankreuzen kann. Ich möchte es meiner Familie nicht überlassen wollen soetwas zu entscheiden und ich finde es ist sehr wichtig dass man darüber redet.
In einigen Ländern werden ja sogar ohne Organspendeausweis oder fragen der Angehörigen Organe entnommen im falle eines Hirntodes oä....das find ich schon ziemlich krass. Dagegen ist Dtl. ja noch echt "unterbemittelt". Die Aufklärungsarbeit in dem Bereich kommt in jedem fall zu kurz. Da muss was getan werden!

Wem sagst du das. Leider sind die Informationen die die meisten denken zu haben falsch.

Valle 19.02.2007 23:23:16

Ich habe mir auch letzten Freitag einen Ausweis in der Apotheke geholt.
Das ist ja echt mehr als einfach. Ist ja quasi nur ne Erklärung, die man ausfüllen muss. Kein Test und keine Anmeldung. Theoretisch könnte man ja auch auf nen Zettel schreiben, was mit dem Körper passieren soll, wenn man ihn mal nicht mehr braucht.
Ich zitiere da mal aus Sin-City "Ein alter Mann stirbt, ein junges Mädchen lebt. Guter Tausch"
So stell ich mir das vor, habe auch einige Debatten mit Freunden geführt, in denen ich sie zuerst überreden wollte, bis mir klar wurde, dass das auf jeden Fall eine indivuelle Entscheidung bleiben muss.

Wenn ich tot bin, dann bin ich tot, und bevor sie verrotten, sollen meine Organe lieber einem Menschen helfen. Da lebt ja dann ein Teil von mir in ihm/ihr weiter. Eigentlich doch das schönste, was es gibt.

Ich habe mal gehört, dass die Eigenschaften des Spenders teilweise auf den Empfänger übergehen. Also Geigerherz bekommen, plötzlich musikalisch. Was wisst ihr davon? Habt ihr schon Erfahrungen mit Organspenden, oder wenigstens Bekannte? Ich nicht wissentlich.

Leider muss die Sache ja anonym bleiben, aber das ist doch wirklich ein supertheologisches Thema. Was der Empfänger wohl für Eigenschaften von mir bekommt...?

Agroschx 20.02.2007 08:17:48

Zitat:

Zitat von Valle (Beitrag 1222429)
Was der Empfänger wohl für Eigenschaften von mir bekommt...?

Er meldet sich bei Klamm an :mrgreen:

voigtcyber 20.02.2007 08:28:34

Ich glaub nicht das sowas passiert. Ist woll eher Einbildung vom Empfänger. Aber man kann ja nie Wissen.


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