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Liquid0815 11.02.2007 21:45:38

Zitat:

Zitat von darkkurt (Beitrag 1184418)
Mal Ne Farge - hast du einen Spenderpaß bei dir? :biggrin:

Ich hatte, ja, jedoch seitdem ich von einem Arzt gehört habe, dass die Möglichkeit besteht, dass dieser Organspendeschein über mein Leben entscheiden könnte, habe ich ihn nichtmehr.
Wenn sich die Lage in Deutschland wieder entspannen würde, und Organe nichtmehr Mangelware wären, würde ich die Freigabe meiner Organe NACH meinem Tod auch gerne wieder befürworten.
Wenn es jedoch heisst "hey, die überlebenschancen von dem Kerl sind geringer als von einer Patientin, die auf ein Herz wartet", solange werde ich keinen Organspendeausweis bei mir tragen. Es sei denn, jemand kann mir beweisen, dass es definitv nicht so abläuft, z.B. wenn der Arzt keinerlei Kenntnisse darüber hat, ob der vor ihm liegende Patient Organspender ist. Traurig aber wahr.

edit: In deutschen Krankenhäusern geht es leider längst nichtmehr um den Patienten, sondern um Wahrscheinlichkeitsrechnungen und Recht und Ordnung. Konkretes Beispiel: Während meiner Zivildienstzeit habe ich auf einer Krebsstation gearbeitet, auf der schon seit einigen Monaten eine Frau mit Hautkrebs lag, welche keine Hoffnung mehr auf eine Entlassung vor Ihrem Tod hatte. Ihr letzter Wunsch war es, in ein Krankenhaus mit Blick auf die Alpen verlegt zu werden, in dem sie vorher schon einmal wegen einer Untersuchung untergebracht war. Nach lange hin und her, und vielen Gesprächen über die Risiken mit ihr, hat sich der Arzt entschieden, die Patientin in das Krankenhaus mit Alpenblick zu verlegen, damit ihr dort ihr letzer Lebenswunsch erfüllt werden sollte. Beim Transport dorthin verstarb die Patientin - meiner Meinung nach ziemlich überraschend - was zur Folge hatte, dass die Krebsstation einige Wochen lang von einer Kripo belagert wurde, welche diesen Fall klären wollte. Dass es der Wunsch der Patientin war, interessierte den Leuten von der Kripo reichlich wenig. Fazit: Man darf heutzutage nicht einmal entscheiden, wo man sterben will, der Arzt muss das entscheiden, ob man persönlich will, oder nicht. :(

voigtcyber 11.02.2007 21:49:36

Zitat:

Zitat von Liquid0815 (Beitrag 1184423)
Ich hatte, ja, jedoch seitdem ich von einem Arzt gehört habe, dass die Möglichkeit besteht, dass dieser Organspendeschein über mein Leben entscheiden könnte, habe ich ihn nichtmehr.
Wenn sich die Lage in Deutschland wieder entspannen würde, und Organe nichtmehr Mangelware wären, würde ich die Freigabe meiner Organe NACH meinem Tod auch gerne wieder befürworten.
Wenn es jedoch heisst "hey, die überlebenschancen von dem Kerl sind geringer als von einer Patientin, die auf ein Herz wartet", solange werde ich keinen Organspendeausweis bei mir tragen. Es sei denn, jemand kann mir beweisen, dass es definitv nicht so abläuft, z.B. wenn der Arzt keinerlei Kenntnisse darüber hat, ob der vor ihm liegende Patient Organspender ist.

Wenn du Angst davor hast das dein Leben dadurch verkürzt wird solltest du dir erst recht einen holen wo du dann einträgst das du definitiv nichts Spenden willst. Ansonsten werden nämlcih deine Verwandten gefragt und das will ich meinen nicht zumuten.

birnchen 11.02.2007 21:54:50

Zitat:

Zitat von Liquid0815 (Beitrag 1184423)
Ich hatte, ja, jedoch seitdem ich von einem Arzt gehört habe, dass die Möglichkeit besteht, dass dieser Organspendeschein über mein Leben entscheiden könnte, habe ich ihn nichtmehr.

sorry, aber das ist echt der größte blödsinn den ich je gehört hab. in deutschland ist alles rechtlich geregelt, auch wann sie deine maschine abstellen dürfen. man du bist echt ein schisser. sorry wenn ich das so sage. nur weil du an so nen mist glaubst könnten mehrere leute sterben weil sie deine organe mal nicht bekommen können weil sich vielleicht deine eltern dagegen entscheiden. soviel zum thema soziale verantwortung. man man man, es könnte mal dein kind sein was ein spenderorgan braucht. willst du zugucken wie es stirbt, nur weil jemand schiß hat man könnte ihm zu früh den stecker ziehen?

Liquid0815 11.02.2007 21:58:10

Zitat:

Zitat von birnchen (Beitrag 1184487)
sorry, aber das ist echt der größte blödsinn den ich je gehört hab. in deutschland ist alles rechtlich geregelt, auch wann sie deine maschine abstellen dürfen. man du bist echt ein schisser. sorry wenn ich das so sage. nur weil du an so nen mist glaubst könnten mehrere leute sterben weil sie deine organe mal nicht bekommen können weil sich vielleicht deine eltern dagegen entscheiden. soviel zum thema soziale verantwortung. man man man, es könnte mal dein kind sein was ein spenderorgan braucht. willst du zugucken wie es stirbt, nur weil jemand schiß hat man könnte ihm zu früh den stecker ziehen?

1. auch ärzte haben emutionen, und kein mensch funktioniert wie eine Maschine, die keine Fehlentscheidungen trifft.

2. Meine Eltern würden niemals eine Organspende ablehnen.

3. Dass ein Kind meine Organe bekommt ist ziemlich unwahrscheinlich, da meine Organe ausgewachsen sind.

Wie gesagt WENN ich tod bin, werden meine Eltern gefragt, und die sind mit sicherheit für eine Organspende. Ich will nur nicht, dass ein Arzt VOR meinem Tod davon weiss, dass meine Organe gespendet werden, wenn es darum geht, ob 3 Minuten versucht wird, mich wiederzubeleben, oder 5 oder 6 (solche dinge sind nämlich - zum glück - nicht gesetzlich geregelt). Ich bin kein "Schisser" ich hänge nur an meinem Leben, ich glaube das ist ein natürlicher Trieb.

voigtcyber 11.02.2007 22:02:22

Zitat:

Zitat von birnchen (Beitrag 1184487)
sorry, aber das ist echt der größte blödsinn den ich je gehört hab. in deutschland ist alles rechtlich geregelt, auch wann sie deine maschine abstellen dürfen. man du bist echt ein schisser. sorry wenn ich das so sage. nur weil du an so nen mist glaubst könnten mehrere leute sterben weil sie deine organe mal nicht bekommen können weil sich vielleicht deine eltern dagegen entscheiden. soviel zum thema soziale verantwortung. man man man, es könnte mal dein kind sein was ein spenderorgan braucht. willst du zugucken wie es stirbt, nur weil jemand schiß hat man könnte ihm zu früh den stecker ziehen?

Was hat das bitte mit schiß zu tun. So wie er denken viele da es im TV auch schon so dargestellt worden ist. Es ist zwar in Deutschland so geregelt das mindestens 2 von einander unabhängige Ärzte den Hirntod feststellen müßen aber das nimmt vielen immer noch nicht das komische Gefühl im Magen. Es ist Gott sei dank ja so das wir alle selber entscheiden können was mit unseren Organen angestellt werden soll. Nur wenn ich bedenken ( nicht Schiß) habe meine Organe zu Spenden sollte ich mit trotzde4m einen Ausweiß holen und das dort festhalten das ich keine Organe Spenden will. Denn wie ich schon oben geschrieben habe will ich diese Entscheidung nicht anderen zumuten.

Liquid0815 11.02.2007 22:05:22

Zitat:

Zitat von voigtcyber (Beitrag 1184537)
Was hat das bitte mit schiß zu tun. So wie er denken viele da es im TV auch schon so dargestellt worden ist.

Wie schon gesagt, ich kenne es nicht nur aus dem Fernsehen, sondern von einer Ärztin. Ein Bericht im Fernsehen hätte mich wohl nicht dazu gebracht, meinen Organspendeausweis aus dem Geldbeutel zu nehmen.

voigtcyber 11.02.2007 22:05:36

Zitat:

Zitat von Liquid0815 (Beitrag 1184508)
Ich will nur nicht, dass ein Arzt VOR meinem Tod davon weiss, dass meine Organe gespendet werden, wenn es darum geht, ob 3 Minuten versucht wird, mich wiederzubeleben, oder 5 oder 6 .

Also ich wäre mit 3 Minuten zufrieden. Wenn das Gehirn länger als 3
Minuten nicht mit Sauerstoff versorgt wird können sich schon bleibende Schäden festsetzen. Bei einer guten bekannten von mir was dieses jtzt der Fall. Sie wurde nach mehreren Minuten zurück ins Leben geholt und "vegetiert" seit dem im Wachkomma vor sich hin. Da sag ich lieber Tod als das.

Meine Meinung.

Zitat:

Zitat von Liquid0815 (Beitrag 1184559)
Wie schon gesagt, ich kenne es nicht nur aus dem Fernsehen, sondern von einer Ärztin. Ein Bericht im Fernsehen hätte mich wohl nicht dazu gebracht, meinen Organspendeausweis aus dem Geldbeutel zu nehmen.

Wenn ich dich nun richtig verstanden habe willst du nur nicht das der Arzt direkt weiß das deine Organe gespendet werden sollen. Hast du mit deinen Eltern über das Thema gesprochen das sie einer Organspende auch zustimmen werden. Und was passiert wenn deine Eltern nicht ereichbar sind wenn es soweit ist. Geht da ja schließlich um Minuten.

Liquid0815 11.02.2007 22:08:23

Zitat:

Zitat von voigtcyber (Beitrag 1184564)
Also ich wäre mit 3 Minuten zufrieden. Wenn das Gehirn länger als 3
Minuten nicht mit Sauerstoff versorgt wird können sich schon bleibende Schäden festsetzen. Bei einer guten bekannten von mir was dieses jtzt der Fall. Sie wurde nach mehreren Minuten zurück ins Leben geholt und "vegetiert" seit dem im Wachkomma vor sich hin. Da sag ich lieber Tod als das.

Jup, ich kenne die folgen, ich weiss auch nicht ob ich da gerne weiterleben würde, jedoch ist dies einer der konkreten fälle. Nach 3 Minuten kann ein Arzt nämlich selbst über Leben und Tod entscheiden. Ich bin mir sicher, wenn man sich mit einem Arzt von der Notaufnahme unterhält, gibt es mehr solcher Fälle, bei denen es am Arzt liegt, ob ein Patient überlebt oder nicht.

Zitat:

Zitat von voigtcyber (Beitrag 1184586)
Wenn ich dich nun richtig verstanden habe willst du nur nicht das der Arzt direkt weiß das deine Organe gespendet werden sollen. Hast du mit deinen Eltern über das Thema gesprochen das sie einer Organspende auch zustimmen werden. Und was passiert wenn deine Eltern nicht ereichbar sind wenn es soweit ist. Geht da ja schließlich um Minuten.

Jup, mir gehts nur darum, dass der Arzt, bzw. Notarzt keine Kenntniss darüber hat. Wenn meine Eltern nicht erreichbar sind, ist das tragisches Schicksal, deswegen würde ich auch eine Regelung befürworten, bei der generell die Organe gespendet werden.

voigtcyber 11.02.2007 22:12:32

Zitat:

Zitat von Liquid0815 (Beitrag 1184590)
Jup, ich kenne die folgen, ich weiss auch nicht ob ich da gerne weiterleben würde, jedoch ist dies einer der konkreten fälle. Nach 3 Minuten kann ein Arzt nämlich selbst über Leben und Tod entscheiden. Ich bin mir sicher, wenn man sich mit einem Arzt von der Notaufnahme unterhält, gibt es mehr solcher Fälle, bei denen es am Arzt liegt, ob ein Patient überlebt oder nicht.

Mal abgesehn vom Arzt wird es auch daran liegen wie lange der schon im Dienst ist. Wenn ich sehe was für Arbeitszeiten die haben ist das ja unmenschlich. Da kann ich mir gut vorstellen das schonmal fehleinschätzungen getroffen werden. Wie schon gesagt es sind auch nur Menschen.

Zitat:

Jup, mir gehts nur darum, dass der Arzt, bzw. Notarzt keine Kenntniss darüber hat. Wenn meine Eltern nicht erreichbar sind, ist das tragisches Schicksal, deswegen würde ich auch eine Regelung befürworten, bei der generell die Organe gespendet werden.
Und was Würde das dann ändern. Dann hätten wir den gleichen Fall wie wenn du nen Ausweiß bei dir hättest.

Liquid0815 11.02.2007 22:15:48

Zitat:

Zitat von voigtcyber (Beitrag 1184615)
Mal abgesehn vom Arzt wird es auch daran liegen wie lange der schon im Dienst ist. Wenn ich sehe was für Arbeitszeiten die haben ist das ja unmenschlich. Da kann ich mir gut vorstellen das schonmal fehleinschätzungen getroffen werden. Wie schon gesagt es sind auch nur Menschen.

ja, vorallem versetze dich mal in den arzt. Du hast einen Patienten, seit jahren, der auf ein Herz wartet. Nun kommt eine 80 jährige Rentnerin, deren überlebenschance bei 10% oder weniger liegt. Der Zustand verschlechtert sich zunehmend, und eine Rettung kommt nurnoch in Frage, wenn die Patientin grobe Einschnitte Ihres Lebens in Kauf nehmen muss... auf der anderen Seite immernoch der (sagen wir 18 jährige) Patient, der auf ein Herz wartet... Mir kann niemand erzählen, dass da JEDER Arzt sachlich bleibt. :roll: Viele Ärzte hängen sehr, an ihren langjährigen Patienten, denen sie das leben retten wollen. :roll:

Zitat:

Zitat von voigtcyber (Beitrag 1184622)
Und was Würde das dann ändern. Dann hätten wir den gleichen Fall wie wenn du nen Ausweiß bei dir hättest.

eben nicht, Organe wären bei solch einer Gesetzesänderung sicherlich nicht die Mangelware, die sie es derzeit sind. Dadurch ist es nur eine Frage der Zeit, wann das nächste Herz "auf den Markt" (sorry, mir ist grad nichts besseres eingefallen) kommt. Das entspannt die Situation in den Notaufnahmen sicherlich.

voigtcyber 11.02.2007 22:20:34

Gut jetzt würde ich zwar nicht annehmen das das Herz der 80 Jährigen verwendet wird (gibt doch da auch ne obergrenze wie beim Blutspenden oder) aber bei dem rest kann ich dir nur zustimmen.

Liquid0815 11.02.2007 22:22:30

Zitat:

Zitat von voigtcyber (Beitrag 1184653)
Gut jetzt würde ich zwar nicht annehmen das das Herz der 80 Jährigen verwendet wird (gibt doch da auch ne obergrenze wie beim Blutspenden oder) aber bei dem rest kann ich dir nur zustimmen.

Gut, war jetzt etwas übertrieben, aber auch bei einem 18 jährigen Unfallopfer kann ein guter Arzt die Überlebenswahrscheinlichkeit schnell abwägen. Wenn die Situation wirklich so ist, wie die Medien es derzeit aufzeigen, dann möchte ich nicht in der Haut eines solchen Arztes stecken.

voigtcyber 11.02.2007 22:25:51

Ich möchte sowieso kein Arzt sein. Da ist mir die Verantwortung zu hoch. Wenn ich als Eelektriker mal ne Strippe falsch anschließe fliegt halt die Sicherung raus. Wenn ein Arzt einen Fehler macht kann es sein das ein Leben endet und da find ich die Arbeitszeiten echt nicht hilfreich bei Fehler zu vermeiden.

Liquid0815 11.02.2007 22:32:19

Zitat:

Zitat von voigtcyber (Beitrag 1184690)
Ich möchte sowieso kein Arzt sein. Da ist mir die Verantwortung zu hoch. Wenn ich als Eelektriker mal ne Strippe falsch anschließe fliegt halt die Sicherung raus. Wenn ein Arzt einen Fehler macht kann es sein das ein Leben endet und da find ich die Arbeitszeiten echt nicht hilfreich bei Fehler zu vermeiden.

jup, dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Was in deutschen Krankenhäusern abgeht, ist mehr als fragwürdig, ich frage mich wirklich, wie es in den Krankenhäusern aussehen würde, wenn Mindestlöhne eingeführt werden würden, die Ärzte einen 8 Std. Tag hätten, und der Zivildienst abgeschafft werden würde... ist schon äußerst fragwürdig, worauf wir unser Gesundheitssystem aufbauen, aber das ist ein anderes Thema. :roll:

voigtcyber 11.02.2007 22:38:54

Die mindestlöhne sollen ja nur Lohndumping verhindern. Also das die Putzfrau z.B. für 2€ arbeiten geht. Aber wenn wir die Berufsarmee einführen was ja schon seit Jahren im Gespräch ist wird auch der Zividienst wegfallen und dann bekommen wir ein ernsthaftes Problem. Bin auch nicht zur Bundeswehr gegangen aber dafür seit Jahren beim Thw und vertrette auch die Meinung das ich da bisher mehr für die Allgemeine getan habe als die Personen die ur BW gehen. Das gleiche gilt auch für die Leute die bei der Feuerwehr sind und natürlich auch die Ziveildienstleitenden die in Altersheimen und auch Krankenhäusern ihren Dienst verichten. Wenn die alle wegfallen wird das mit Ehrenamtlern nicht auszugleichen sein und das System wird kolabieren. Aber soweit sind wir ja Gott sei dank noch nicht.


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