Eintrag #330, 26.05.2008, 20:33 Uhr

ich - gegensatz - gegen mich selbst.

Ich weiß nicht, wer ich bin und wer ich war- ein Fremder vor mir selbst- und neu für mich- und alt wenn ich in den Spiegel sehe-
Ich glaubte, daß ich überall zu Hause sei- und war schon heimatlos, bevor ich noch ganz dort war-

Ich war durchaus sehr zart- und fühle mich doch kräftiger als alle- so stark manchmal- so schwach- so oft
(ich war verbuht und zäh- schwach und ohne Willen- ohne Mut)
Ich fürchte mich doch eigentlich vor nichts- und dabei fürchte ich oft alles-
Ich will nicht einsam sein- und sehne mich nach Einsamkeit, sobald ich nicht allein bin.
     
Ich will ja lernen, lernen und ich hasse meinen Schlaf, weil er die Zeit stiehlt-
aber ich bin so übervoll von mir-
Ich bin voller energiegeladener Ideen- und voll von Traurigkeit-
Ich will leben und ich will sterben- und ich tue beides oft-
Ich war neugierig auf das Glück- und sieh, ich hasse das Gefühl des Glücks-
Ich war in allem und wollte nirgends sein, wenn ich in allem war-
Ich glaubte stets an Gott- doch ich bespuckte ihn, und habe auch ein Kruzifix verbrannt- und auch mein Kreuz und die Madonna fortgeworfen-

Ich liebe meine Sonne- und ich hasse sie, weil ich begreife, daß ich ihr nicht entkommen kann-
Ich liebe Huren, Diebe und vielleicht auch Mörder- weil ich ihr Schicksal liebe-
wenn sie eines haben- und auch die Verrückten, wie sie die Menschen nennen- sie sind wieBlinde, die schon lange sehen- auch alle Huren stehen über uns, weilsie so viel zu leiden haben-

Ich fliehe jeden Tag- und wenn die Nacht kommt, und so stehenbleibt
die ganzen stundenlosen Stunden, dann bin ich so sehr krank, weil es nicht Tag ist.
Ich flehe Gott um Schutz- und höhne ihn und mich danach, wenn er es tut- und muss dann wieder fliehen- und wenn ich ausgesetzt bin und zerissen werde,
dann flehe ich um neuen Schutz.
Ich hasse alle Kinder- und doch knie ich nieder, wo ich eines seh.
Ich suche mich- und wenn ich mich gefunden habe, bin ich mein größter Feind.
Mir brennt die eigne Haut wie Feuer- und mein Blut ist wie ein unberechenbares Tier-
Ich flieh vor mir und meinem Leben- und ich hasse mich, der mich vernichten will.

Aber ich bitte Gott um Schmerz und schweres Leben- und um Gedanken nach dem Fieber-
Ich will für jede Blume leiden, wenn sie lebend stirbt- und will auf immer dankbar sein, wenn es in jedem Jahre Frühling wird- und will die Kraft abwarten nach dem Schmerzen.
Gott gibt mir die Kraft die Zwischenzeiten auszutragen- ohne Schrei und gibt mir Demut für den großen Schoß.



&weg mit diesem neuen formatiergehabe, bitte!!!11einself
 
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