Warum sind die Briten solche Egoisten?

Hager · 24. Oktober 2014

Auch wenn es nicht auf einzelne Personen per se zutrifft, die allgemeine Wahrnehmung ist doch momentan diese: Die Briten wollen zwar alle wirtschaftlichen Vorteile der EU haben und darüber hinaus sogar noch Sonderregelungen für sich in Anspruch nehmen, damit sie noch mehr Vorteile gegenüber den anderen Mitgliedsstaaten haben und die Wirtschaft und der Finanzplatz London gut dasteht, halten sich aber an keine Regeln und sind absolut nicht solidarisch mit den anderen EU-Ländern.

 

Ich frage mich: Wie kann man es locker in Kauf nehmen, so im Ausland wahrgenommen zu werden und nichts dagegen tun? Und falls es ihnen egal ist, weil sie in der Mehrheit tatsächlich so egoisitisch sind: Wie kann man nur so asozial sein?

 

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tastenkoenig · 25. Oktober 2014 · 3x hilfreich
Beste Antwort

Da kommt mehreres zusammen. Zum einen haben viele Briten noch immer nicht verkraftet, dass ihr Empire zusammengebrochen ist und sie tun sich schwer, sich ein- oder einer Mehrheit unterzuordnen. Zum anderen wollten sie immer nur die Wirtschafts-Union und nie die politische. Das resultiert darin, dass sie praktisch jeden Fortschritt in dieser Richtung sabotieren. Und sicherlich ist auch die Insellage von Bedeutung, die die Briten seit jeher vom Kontinent trennt, geographisch wie psychologisch.

 

Man muss aber auch sehen, dass die anderen EU-Staaten oft genauso egoistisch handeln. Eins der großen Probleme der EU, dass die Staaten i.d.R. weniger das Gemeinsame im Auge habem sondern eher protektionistisch agieren. GB verteidigt den Finanzsektor, LUX auch, Frankreich den Agrarsektor, D stellt sich immer wieder beim Auto quer. usw.usf.

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anthonius · 30. März um 15:07 · 0x hilfreich

it der Frage bin ich nicht einverstanden. Egoistisch (oder eher nationalistisch) sollten Regierungen in gewissen Grenzen immer sein, weil sie doch die Interessen ihrer Bürger vertreten sollten.

Hager · 10. Mai 2015 · 0x hilfreich

Liebe ausnein1,

 

hast du dir die von mir angegebenen Quellen angesehen? Gleich die erste Quelle (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/grossbritannien-profitiert-laut-regierungsanalyse-von-der-eu-a-912480.html) zitiert eine Studie, bei der die britische Regierung selbst (!) zur Erkenntnis kommt, dass es beachtliche ökonomische Vorteile für Großbritannien bringt, Teil der EU zu sein. Es mag in den Köpfen der britischen Bevölkerung so verankert sein, aber es ist ein Irrglaube, dass Großbritannien von der EU nicht massiv profitiert.

anthonius · 10. Mai 2015 · 0x hilfreich

Ja aber das wollen doch alle Länder. Das schwören auch deutsche Politiker beim Amtsantritt: Sie wollen den Nutzen Deutschlands mehren, Schaden Abwenden usw. Naja, die meisten mehren dann eher Ihr eigenes Bankkonto aber im Prinzip...

ausnein1 · 31. Oktober 2014 · 0x hilfreich

Hallo, aus meiner Sicht ist dies logisch nachvollziehbar.

Die Briten sind einer der 3 Geberländer ( das sind die Länder die in die EU Kasse am meissten einzahlen) und bekommen nichts davon ab.

Wo führt das hin, wenn ich in einen Gemeinschaftstopf einzahle aber bei der Verteilung aber dann nicht mehr zur Gemeinschaft gehöre.

Marann · 25. Oktober 2014 · 0x hilfreich

Ich verstehe deine Frage, aber ich weiß nicht, warum du jetzt auf einmal von mir Belege willst. Ich kenne dich doch gar nicht, Hager.

Hager · 25. Oktober 2014 · 0x hilfreich

Liebe Marann,

no harm done, aber du nimmst meine Frage, ignorierst die Sachebene vollkommen und gibst eine einzeilige Antwort, die auf die (vermeintliche) Selbstoffenbarungsebene der Botschaft abzielt. Soweit, so gut, das ist dein gutes Recht und damit muss ich leben.


Allerdings habe ich daraufhin die Frage präzisiert und Quellen für meine Behauptungen gebracht, während du weiterhin ausschließlich eine persönliche Meinung ohne Belege wiedergibst und behauptest, damit eine Frage beantwortet zu haben, ohne mich zu kennen.

 

Aber selbst wenn du Recht hättest, dass ich (um wasweißdennichs Worte zu verwenden) ein kleingeistiger, erbsenzählender Deutscher bin, der mit der Politik Großbritanniens ein Problem hat und diese zu verstehen versucht, ist deine Antwort nicht hilfreich sie zu verstehen.

 

Die Deutschen sind übrigens gar nicht so unbeliebt, wie deine Antwort impliziert: http://www.dw.de/deutschlands-image-verbessert-sich-bei-briten/a-16803369

 

Hast du Belege für deine Behautpungen?

Marann · 25. Oktober 2014 · 0x hilfreich

Du gibst mit deiner Kritik wieder, wie ich dich einschätze Hager, du hast Schwierigkeiten mit der Politik von Groß-Britannien und du versuchst mit deiner Frage diese Form von Politik zu verstehen. Und was ich und wasweißdennich verfasst haben, ist die Antwort auf deine Frage.

Hager · 25. Oktober 2014 · 1x hilfreich

@Marann @Wasweissdennich

 

Es geht mir nicht darum, dass es Stereotype/Vorurteile sind und diese auch in die umgekehrte Richtung existieren. Das ist klar und deshalb auch der Passus "wenn es nicht auf einzelne Personen per se zutrifft, die allgemeine Wahrnehmung...". Trotzdem danke für den Wink mit dem Zaunpfahl.

 

Fakt ist jedoch, dass gerade in Großbritannien, das ebenso massiv von der EU profitiert (1), die Ablehnung in der Bevölkerung nicht so hoch ist wie in anderen Ländern (2), die Politik jedoch einen radikalen Anti-EU-Kurs fährt, der u.a. darauf abzielt, möglichst viele Vorteile herauszuschlagen bei minimaler Solidarität (3). Dieser Erpressungskurs Großbritanniens der EU gegenüber ist ja nicht einmal was sonderlich Neues (4). Und das ist nun einmal hochgradig unsolidarisch seinen Partnern gegenüber, egal ob die Deutschen in England nicht gern gesehen oder tatsächlich Erbsenzähler sind.

Hager · 25. Oktober 2014 · 1x hilfreich

Die Frage, die @tastenkoenig dankenswerterweise beantwortet hat, lautet also: Wieso hört man nicht mehr skeptische Stimmen aus Großbritannien selbst zu dem EU-skeptische Kurs wie (5) und (6), wobei letzteres wie im Artikel erwähnt ja eher als Bewerbung zu sehen ist?

 

---------------------
Quellen:
(1) http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/grossbritannien-profitiert-laut-regierungsanalyse-von-der-eu-a-912480.html
(2) http://www.tagesschau.de/ausland/eu-grossbritannien-nachzahlung-103.html
(3) http://wirtschaftsblatt.at/home/nachrichten/europa/3851520/Grossbritannien_Funf-Fragen-zum-EUAusstieg siehe v.a. Punkte 3, 4 und 5
(4) http://www.zeit.de/wirtschaft/2014-01/osborne-grossbritannien-eu-wirtschaftsreformen
(5) http://www.zeit.de/politik/ausland/2012-12/Brauchen-die-Briten-Europa/
(6) http://www.zeit.de/politik/ausland/2012-11/blair-grossbritannien-eu

tastenkoenig · 25. Oktober 2014 · 3x hilfreich
Beste Antwort

Da kommt mehreres zusammen. Zum einen haben viele Briten noch immer nicht verkraftet, dass ihr Empire zusammengebrochen ist und sie tun sich schwer, sich ein- oder einer Mehrheit unterzuordnen. Zum anderen wollten sie immer nur die Wirtschafts-Union und nie die politische. Das resultiert darin, dass sie praktisch jeden Fortschritt in dieser Richtung sabotieren. Und sicherlich ist auch die Insellage von Bedeutung, die die Briten seit jeher vom Kontinent trennt, geographisch wie psychologisch.

 

Man muss aber auch sehen, dass die anderen EU-Staaten oft genauso egoistisch handeln. Eins der großen Probleme der EU, dass die Staaten i.d.R. weniger das Gemeinsame im Auge habem sondern eher protektionistisch agieren. GB verteidigt den Finanzsektor, LUX auch, Frankreich den Agrarsektor, D stellt sich immer wieder beim Auto quer. usw.usf.

Wasweissdennich · 24. Oktober 2014 · 0x hilfreich

Warum sind deutsche so kleinliche Erbsenzähler und Schubladendenker?

Marann · 24. Oktober 2014 · 0x hilfreich

Die Deutschen sind nicht gern gesehen in England. Sie halten sie für streitsüchtig.

 
 

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