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Berufsunfähigkeitsversicherung
 --- Ein unbedingtes Muss für jeden arbeitenden Menschen --- 


© Lisa S. - shutterstock.com

Die Berufsunfähigkeitsversicherung gehört zu den wichtigsten Versicherungen für jeden Menschen im arbeitsfähigen Alter. Die Versicherung sorgt im Falle einer Berufsunfähigkeit für den finanziellen Ausgleich. Vom Staat gibt es in diesen Fällen keinen Cent. Dieser zahlt erst bei Erwerbsunfähigkeit, das bedeutet, wenn der Betroffene aufgrund einer psychischen oder physischen Schwäche gar nicht mehr arbeiten kann. Wer "nur" seinen Beruf nicht mehr ausüben kann, muss also umschulen oder einer anderen Beruf in Kauf nehmen. Das betrifft vor allem alle Personen, die nach 1961 geboren sind. Und auch die Erwerbsunfähigkeitsrente ist niemanden sicher. Etwa 43% aller Anträge auf Erwerbsunfähigkeit werden abgelehnt, weil die Voraussetzungen nicht erfüllt werden. Das kann große finanzielle Einbußen bedeuten. Eine fehlende Berufsunfähigkeitsversicherung bedeutet also ein großes finanzielles Risiko. Eine Versicherung gegen Berufsunfähigkeit kann das verhindern. Heute verfügt nur jeder Zehnte über eine solche Versicherung. Jeder Vierte muss aber vor Eintritt des Rentenalters in den Ruhestand gehen, weil er nicht mehr in der Lage ist, seinen Beruf auszuüben.

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Wozu muss es die Berufsunfähigkeitsversicherung sein?

Eine Unfallversicherung reicht nicht aus, da diese nur bei Unfällen die Kosten trägt und einen Ausgleich zahlt. Die wenigsten Menschen werden aber aufgrund eines Unfalls berufsunfähig. Die Liste für Berufsunfähigkeit wird von psychischen Erkrankungen angeführt. 2010 mussten 71.000 Arbeitnehmer wegen einer psychischen Erkrankung vorzeitig das Arbeitsleben beenden. Erst danach kommen Erkrankungen wie Krebs, Herz-Kreislauferkrankungen und Erkrankungen des Bewegungsapparates. Unfälle stehen an letzter Stelle. Dabei trifft es nicht nur ältere Menschen. Auch viele junge Leute sind bereits davon betroffen.

Gibt es eine Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung?

Eine echte Alternative zur BU gibt es nicht. Verschiedene Risiken sind zwar auch über andere Versicherungen zu decken. Diese sichern aber immer nur einen Teil ab. Auch Versicherungen wie die Grundfähigkeitsversicherung, die Erwerbsunfähigkeitsversicherung oder die Dread Disease Versicherung sind kein Ersatz.

Wann sollten arbeitende Menschen eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen?

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sollte so früh wie möglich abgeschlossen werden. Auch wenn junge Leute es nicht wahr haben möchten, auch sie kann eine Berufsunfähigkeit betreffen. Das Alter ist auch für die Beitragsbemessung wichtig. Junge und gesunde Menschen können in einen günstigen Tarif einsteigen. Und auch wer sich noch in der Ausbildung befindet oder ein Studium absolviert, kann sich bereits einen preiswerten Vertrag sichern.

Wer benötigt eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Ganz gleich ob Metallbauer, Handwerker oder Sekretärin, die Unfähigkeit, in seinem Beruf zu arbeiten, kann jeden treffen. Selbst ein vermeintlich sicherer Büroberuf schützt nicht vor einer Berufsunfähigkeit. Vor allem Menschen, die in Berufen arbeiten, die bevorzugt den Kopf benötigen, werden überdurchschnittlich oft von psychischen Erkrankungen betroffen. Das steigende Rentenalter macht es zusätzlich schwer, bis ins hohe Alter gesund und munter seinen Beruf auszuüben. Beamte, die sich in Sicherheit wiegen, weil sie bei Dienstunfähigkeit ein Gehalt vom Staat erhalten, sollten sich bewusst machen, dass sie die ersten fünf Jahre ohne Schutz dastehen. Gar keinen Schutz haben Selbstständige. Für sie ist die private Absicherung besonders wichtig.

Wie ist man in einer Berufsunfähigkeit versichert?

Bei Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung wird immer der zuletzt ausgeübte Beruf versichert. Sollte man berufsunfähig werden, spielt es keine Rolle, was der Grund dafür ist. Die Ursache darf nur nicht mutwillig herbeigeführt sein. Die spätere monatliche Zahlung ergiebt sich aus dem Versicherungsschein und der versicherten Summe. Das Einkommen, dass der Betroffene vor Eintritt der BU erhalten hat, ist nicht relevant. Die Versicherung zahlt eine monatliche Rente, wenn die Berufsunfähigkeit ärztlich nachgewiesen werden kann.

Wonach richten sich die Tarife bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung?

Mit der Einführung der Unisex-Tarife ist das Geschlecht nicht mehr entscheidend für den Tarif. Allerdings haben auch schon vorher andere Kriterien die höhere Relevanz zur Tarifberechnung gegeben. Die wichtigsten Faktoren sind:

  • Die Versicherungsdauer, bis zu der ein Versicherungsfall eintreten muss. Der Leistungsanspruch endet meist mit dem Rentenalter.
  • Das Alter, bis zu welchem die Berufsunfähigkeitsrente höchstens gezahlt wird.
  • Die Berufsgruppe. Jede Berufsgruppe stellt ein individuelles Risiko dar. So wird ein Handwerker häufiger berufsunfähig als ein Apotheker und hat damit auch ein höheres Risiko.
  • Das Eintrittsalter.
  • Der Gesundheitszustand zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses.
  • Manche Versicherer verlangen Risikozuschläge für Raucher und Übergewichtige.

Welche Risikogruppen unterscheiden Versicherer?

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung für jeden Beruf gibt es nicht. Jeder Beruf wird auf sein Risiko eingeschätzt und dementsprechend eingestuft. Versicherer arbeiten mit unterschiedlichen Risikoeinstufungen bei den Berufen. So kann es bei unterschiedlichen Versicherern durch die Risikoeinstufung auch zu unterschiedlichen Kosten kommen. Man sollte sich also mehrere Angebote vor dem Abschluss einholen und eine korrekte Berufsbezeichnung angeben.
Viele Versicherer teilen die Berufe in 6 Risikogruppen ein, die sich wie folgt unterschieden:

  • Risikogruppe 1 mit einem geringen Risiko auf Berufsunfähigkeit.
  • Risikogruppe 2 und 3 mit einem mittleren Risiko auf Berufsunfähigkeit.
  • Risikogruppe 4 mit einem hohen Risiko auf Berufsunfähigkeit.
  • Risikogruppe 5 und 6 mit einem sehr hohen Risiko auf Berufsunfähigkeit.
    Diese Risikogruppen können meist nur mit hohen Zuschlägen versichert werden.

So gehören zum Beispiel der Hochschullehrer, Programmierer und Psychologe zur Gruppe 1, der Heilpraktiker, Bankkaufmann und Sekretär gehören schon zur Gruppe 2. Berufe wie Kameramann, Dirigent und Detektiv sind in der höchsten Risikogruppe 6 eingestuft. Eine unverbindliche Liste der Einstufungen findet man auf diesen Seiten.

Gibt es Berufsgruppen, die nicht versichert werden oder sich nur sehr schwer versichern können?

Ja. Dazu gehören vor allem die Künstler wie Tänzer, Sänger, Schauspieler und Musiker. Für die Versicherungen ist es schwer, das Risiko einzuschätzen und den Grad der Berufsbeeinträchtigung festzulegen. Es gibt nur wenige Versicherer, die für diese Gruppe eine Versicherung anbieten. Das Gleiche gilt für Reiter, Berufstaucher und Sprengstoffentschärfer. Und auch Betreiber von Fitnessstudios müssen mit hohen Zuschlägen rechnen.

Was sollte man beim Vertragsabschluss unbedingt beachten?

Bei einem Vertragsabschluss sollte nicht nur auf die Höhe der monatlichen Versicherungsprämie geachtet werden. Viele Punkte im Vertrag können später darüber entscheiden, ob eine schnelle Zahlung erfolgt. Das Augenmerk sollte auf diesen Punkten liegen:

  • Der Prognosezeitraum:
    Formulierung wie "voraussichtlich dauernd" sollten nicht im Vertrag stehen. In diesem Fall erhalten Berufsunfähige nur dann die BU-Rente, wenn die Berufsunfähigkeit mindestens 3 Jahre bestehen wird. So legt es die Rechtsprechung fest. Besser ist die Formulierung: "voraussichtlich 6 Monate". Der Versicherer zahlt auch dann, wenn der Arzt eine Berufsunfähigkeit von voraussichtlich 6 Monaten bescheinigt.
  • Der Verzicht auf abstrakte Verweisung:
    Die Klausel "eine vollständige Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn der Versicherte dauernd außerstande ist, seinen Beruf oder eine andere Tätigkeit auszuüben ..." sollte nicht im Vertrag stehen. Dann zahlt der Versicherer erst, wenn vom Betroffenen keine Tätigkeit mehr ausgeübt werden kann. In diesem Fall spielt es auch keine Rolle, ob eine andere Tätigkeit eventuell schlechter bezahlt wäre und der Qualifikation des Versicherten entspricht.
  • Rückwirkende Anerkennung:
    Für den Versicherten ist es günstig, wenn der Versicherer die Rente auch rückwirkend anerkennt. Das ist besonders dann wichtig, wenn Ärzte in der ersten Zeit keine klare Aussage treffen können. Bei einer rückwirkenden Anerkennung erhält der Versicherte dann die Rente ab Eintritt der Berufsunfähigkeit, sobald sie anerkannt wird. Auch die Formulierung "So gilt die Fortdauer dieses Zustands als Berufsunfähigkeit." ist eher ungünstig, da der Versicherte erst ab dem 7. Monat der Berufsunfähigkeit eine Rente erhält.
  • Umorganisation des Arbeitsplatzes:
    Versicherungen, die erst prüfen, ob eine Umorganisation des Arbeitsplatzes möglich ist und der Versicherte dann eventuell weiterarbeiten kann, sind kundenunfreundlich.
  • Möglichkeit der Nachversicherung:
    Die Möglichkeit der Nachversicherung sollte gegeben sein, ohne eine erneute Gesundheitsprüfung durchführen zu müssen. Der Versicherungsschutz kann so zu einem späteren Zeitpunkt angepasst werden. Eine Garantie für eine Nachversicherung ist vor allem dann von Vorteil, wenn man beim Abschluss der Versicherung noch jung ist. Der Lebensstandard ändert sich im Laufe der Zeit und muss angepasst werden.
  • Dynamik im Vertrag:
    Dieser kann von Vorteil sein. Gerade in jungen Jahren verfügt man meist nicht über ausreichend finanzielle Mittel. Aber die Inflation gestaltet langfristige Verträge ungünstig. Mit einer Dynamik kann der Vertrag langsam anwachsen. Viele Versicherungen bieten einen frei wählbaren Satz bei der Dynamik. Mit einem Dynamiksatz können Versicherte sich bei Vertragsabschluss niedrig versichern und den Versicherungsschutz langsam ansteigen lassen, bis die gewünschte Höhe erreicht ist.
  • Zeitlich befristete Anerkenntnisse:
    Diese sind von Nachteil und sollten nicht im Versicherungsvertrag enthalten sein. Die Anerkennung der Leistungen ist dann befristet. Ist die Frist abgelaufen, sind Versicherte in der Beweislast. Die Berufsunfähigkeit müsste erneut geprüft werden. Formulierungen wie "...erklären wir, ob und für welchen Zeitraum wir eine Leistungspflicht anerkennen." sollten nicht im Vertrag enthalten sein.
  • Arztanordnungsklausel:
    Mit dieser kann die Versicherung verlangen, dass man sich bestimmten Behandlungen unterzieht und den Anordnungen des Arztes Folge leistet, um den Gesundheitszustand zu verbessern. Theoretisch müssen diese Anordnungen im Rahmen im Bereich des erträglichen liegen. Praktisch kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen. Kommt man den Aufforderungen nicht nach, kann das die Einstellung der BU-Rente zur Folge haben.
  • Stundung von Beiträgen:
    Inzwischen bieten viele Versicherungsgesellschaften eine Stundung der Beiträge an. Darauf sollte bei einem Vertragsabschluss unbedingt geachtet werden. Wer in der Zeit der Leistungsprüfung kein Geld für die Beiträge aufbringen kann, muss damit rechnen, dass der Versicherungsschutz erlischt. Mit einer Beitragsstundung bleibt der Schutz bestehen. Man muss nur noch klären, ob die Stundung automatisch eintritt oder beantragt werden muss. Sehr günstig sind zinslose Stundungen sowie die Nachzahlung der Beiträge in Raten, wenn keine Anerkennung der Berufsunfähigkeit erfolgt.

Muss man beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung die Gesundheitsfragen wahrheitsgemäß beantworten?

Die Gesundheitsfragen sind ein zentraler Bestandteil im Antrag zur Berufsunfähigkeitsversicherung. Die Antworten entscheiden, ob der Vertrag vom Versicherer angenommen oder abgelehnt wird oder man mit einem Risikozuschlag versichert wird. Die Versicherungen sind verpflichtet, präzise Fragen zu stellen. Seit dem Versicherungsvertragsgesetz von 2008 dürfen keine offenen Fragen mehr gestellt werden. Der Antragsteller muss nur das beantworten, wonach er gefragt wird. Fragt der Versicherer also nach Erkrankungen, die ärztlich behandelt wurden, muss man keine Angaben zu Erkrankungen machen, die nicht behandlet wurden.
Die Antworten auf die Fragen müssen immer wahrheitsgemäß und für den geforderten Zeitraum lückenlos sein. Falsche oder unzureichende Antworten können den Versicherungsschutz kosten. Das ist auch dann der Fall, wenn man nicht wegen der Verschwiegenen, sondern wegen einer anderen Erkrankung berufsunfähig geworden ist.

Wann muss man mit Risikozuschlägen rechnen?

Einen Risikozuschlag gibt es nicht nur für bestimmte Berufsgruppen, sondern auch bei gefährlichen Freizeitaktivitäten und Vorerkrankungen. Wer in seiner Freizeit Sportarten wie Reiten, Klettern, tauchen oder Motorrennsport ausübt, muss mit Zuschlägen rechnen. Aber auch Vorerkrankungen stellen ein erhöhtes Risiko dar. Vor allem auf psychische Erkrankungen reagieren viele Versicherer mit einer Ablehnung. Zuschläge gibt es für Erkrankungen der Wirbelsäule oder des Rückens. In jedem Fall sollte man sich mehrere Angebote einholen, denn die Versicherer behandeln Vorerkrankungen nicht gleich. Es ist durchaus möglich, auch bei einer Allergie einen Anbieter mit geringen Zuschlägen zu finden.

Ist es auch möglich, trotz Vorerkrankung oder Risiko ohne Zuschläge versichert zu werden?

Auch das ist möglich. In diesen Fällen wird meist eine Leistungseinschränkung vereinbart. Damit werden die Risiken wie zum Beispiel gefährliche Freizeitgestaltungen oder Vorerkrankungen aus dem Schutz der Versicherung herausgenommen. Kommt eine Berufsunfähigkeit aufgrund der ausgeschlossenen Risiken zustanden, wird von der Versicherung keine Rente gezahlt. Für Versicherte besteht die Möglichkeit, trotz hohem Risiko eine günstige Berufsunfähigkeitsversicherung zu erhalten. Bei einem Leistungsausschluss sollte man allerdings vorsichtig sein, denn dieser zählt nicht nur bei der ausgeschlossenen Erkrankung, sondern auch bei allen Erkrankungen, die infolge der Krankheit auftreten. Sollten also infolge einer ausgeschlossenen Allergie Asthma, Nierenerkrankungen oder andere Folgeerkrankungen auftreten, und der Versicherte aufgrund dessen berufsunfähig werden, gibt es keine Rentenzahlung.

Lohnt es sich einen Probeantrag zu stellen, um eine Ablehnung zu vermeiden?

Für den Bereich Versicherungen besteht ein Hinweis- und Versicherungssystem (HIS) der Versicherungswirtschaft. Umgangssprachlich ist das System auch als "Schwarze Liste der Versicherer" bekannt. In diesem System werden alle Informationen zu versicherten Personen gespeichert. Dazu können auch Infos zum Gesundheitszustand gehören. Wird zum Beispiel ein Antrag auf BU gestellt und dieser wegen einer psychischen Erkrankung abgelehnt oder mit Zuschlägen belegt, werden diese Daten in das HIS aufgenommen. Andere Versicherer können darauf zugreifen und die Daten abfragen. Wer befürchten muss, bei einer Anfrage aufgrund einer Erkrankung abgelehnt zu werden, hat die Möglichkeit einer anonymen Risikovoranfrage bei verschiedenen Versicherungsunternehmen. Diese sollte aber unbedingt von einem Versicherungsmakler gestellt werden. Bei einer Risikovoranfrage müssen alle Fragen wahrheitsgemäß beantwortet werden. Persönliche Angaben, welche eine Identifizierung der jeweiligen Person möglich machen, werden geschwärzt.

Wie kann eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen werden?

Versicherungen bieten zwei Möglichkeiten an: Die Berufsunfähigkeitsversicherung kann sowohl als selbstständige Versicherung abgeschlossen werden als auch als Kombination mit einer Hauptversicherung. Das kann eine Rentenversicherung, eine Kapitallebensversicherung oder eine Risikolebensversicherung sein. Welche Art günstig ist, hängt vom Einzelfall ab. Allerdings sollte man dabei bedenken, dass ein guter Rentenversicherer nicht unbedingt eine gute Berufsunfähigkeitsversicherung anbieten muss. Allerdings sind kombinierte Versicherungen auch nicht immer schlecht. Laut Stiftung Warentest konnten sich bei Tests auch Berufsunfähigkeitsversicherungen, die mit einer Risikolebensversicherung gekoppelt waren, auf den vorderen Plätzen behaupten. Eine Kombination mit einer privaten Rentenversicherung oder eine Kapitallebensversicherung hat sich eher als ungünstig herausgestellt. Außerdem sind die kombinierten Versicherungen oft günstiger.

Muss eine Überschussbeteiligung bei der Versicherung vorhanden sein?

Grundsätzlich steht jedem Versicherungsnehmer eine Berufsunfähigkeitsversicherung eine Überschussbeteiligung zu. Die Überschüsse durch Kapitalerträge und Bewertungsreserven, die dann entstehen, wenn die Kosten niedriger als die Kalkulation liegen, stehen dem Versicherungsnehmer per Gesetz zu. In welcher Art die Beteiligung an den Überschüssen erfolgt, muss im Vertrag geklärt sein. Einige Versicherer gestatten sogar die Auswahl. Die Überschussbeteiligung kann über ein Bonussystem, die Beitragsverrechnung oder das verzinsliche Ansammeln erfolgen.

Wann tritt eine Berufsunfähigkeit ein?

Eine Berufsunfähigkeit tritt ein, wenn der Versicherte infolge von Unfall, Krankheit oder Invalidität für eine Mindestzeit nicht mehr in der Lage ist, seinen Beruf auszuüben. Dabei muss die Unfähigkeit zu Arbeiten ärztlich bescheinigt werden. Bezogen wird sich dabei immer auf den zuletzt ausgeübten Beruf oder eine Tätigkeit, welche der Versicherungsnehmer ausübt.

Was ist zu tun, wenn eine Berufsunfähigkeit eintritt?

Sollte der Fall einer Berufsunfähigkeit eintreten, ist diese von einem Arzt zu bestätigen. An das Versicherungsunternehmen müssen alle Unterlagen eingereicht werden, die die BU beweisen können. Dazu gehört die genaue Darstellung der Ursache ebenso wie Berichte und Atteste von Ärzten. Aus den Unterlagen müssen die Ursache, der Beginn, die Art und der Verlauf der Erkrankung hervorgehen. Auch eine voraussichtliche Dauer sollte in den Berichten enthalten sein. Mit der Unterschrift unter den Vertrag hat der Versicherungsnehmer Ärzte, Krankenhäuser und die persönliche Krankenversicherung von der Schweigepflicht entbunden. Der Versicherer kann so weitere Informationen einholen.
Das Versicherungsunternehmen darf im Leistungsfall auch Nachweise über weitere ärztliche Untersuchungen verlangen und das Fortbestehen der Berufsunfähigkeit nachzuprüfen. Eine Berufsunfähigkeit ist in den meisten Verträgen dann gegeben, wenn eine 50%-ige BU vorliegt. Eine Ausnahme sind sogenannte Staffelregelungen. Bei diesen werden auch schon bei einer geringeren Prozentzahl Teilbeträge geleistet.

 

Versicherung / Berufsunfähigkei
20.04.2015 · 6.269 Views
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