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Zwölf Tote bei erneutem Anschlag in Pakistan

Bombenanschlag in PeshawarGroßansicht
Islamabad (dpa) - Vier Anschläge in Pakistan binnen 24 Stunden: Zwei Selbstmordattentäter haben am Dienstag in der ostpakistanischen Stadt Multan nahe der örtlichen Zentrale des Geheimdienstes ISI mindestens zwölf Menschen mit in den Tod gerissen.

Der Arzt Kaleem Ullah vom Rettungsdienst sagte, unter den Toten seien auch Kinder. Rund 50 weitere Menschen seien verletzt worden. Erst am Montag war es in der ostpakistanischen Stadt Lahore sowie in der nordwest-pakistanischen Stadt Peshawar zu insgesamt drei Bombenanschlägen gekommen, bei denen mindestens 59 Menschen getötet worden waren.

Aus Sicherheitskreisen hieß es, die Angreifer in Multan hätten zunächst das Feuer eröffnet und eine Panzerfaust abgeschossen, bevor sie den in einem Kleinlastwagen eingebauten Sprengstoff gezündet hätten. Der Chef der Stadtverwaltung, Mohammad Ali Gardezi, sagte dem Nachrichtensender Geo TV, Ziel sei der ISI gewesen. Die beiden Selbstmordattentäter hätten das ISI-Gebäude aber nicht erreicht und den Wagen mit 800 Kilogramm Sprengstoff an einem nahe gelegenen Kontrollposten der Armee in die Luft gesprengt. Nach Angaben der Rettungskräfte wurden vier Soldaten und acht Zivilisten getötet.

Zunächst bekannte sich niemand zu dem Anschlag. Außenminister Shah Mahmood Qureshi sagte aber, er verdächtige die Taliban, gegen die die Armee vor knapp zwei Monaten eine Offensive im Grenzgebiet zu Afghanistan begonnen hat. «Es gibt eine entschlossene Gruppe, die diese ganze Zerstörung im ganzen Land anrichtet», sagte er dem Fernsehsender Samaa.

In Lahore stieg die Zahl der Opfer nach Angaben der Behörden vom Dienstag auf mindestens 49. Rund 180 Menschen seien bei den beiden Detonationen am Montagabend auf einem Markt verletzt worden, sagte Sajjad Ahmed Bhutta von der Stadtverwaltung. Zum Zeitpunkt der zeitgleichen und rund 30 Meter voneinander entfernten Explosionen waren zahlreiche Menschen auf dem Markt.

Bhutta sagte, unter den Toten seien mindestens sieben Kinder und 13 Frauen. Die meisten Opfer seien bei dem Brand nach den Explosionen in den Flammen gestorben. Die Polizei ging davon aus, dass mindestens einer der Anschläge von einem Selbstmordattentäter verübt wurde. Kurz zuvor hatte ein Selbstmordattentäter vor einem Gerichtsgebäude in Peshawar mindestens zehn Menschen mit in den Tod gerissen.

Bei einem mutmaßlich amerikanischen Raketenangriff im pakistanischen Grenzgebiet zu Afghanistan wurden am Dienstag nach Angaben aus Geheimdienstkreisen mindestens drei Menschen getötet. Zwei Raketen hätten ein Auto getroffen, in dem mutmaßliche Extremisten im Stammesgebiet Nord-Waziristan unterwegs gewesen seien, sagte ein Geheimdienstmitarbeiter, der anonym bleiben wollte. Die Identität der Toten sei zunächst nicht klar gewesen.

Konflikte / Pakistan
08.12.2009 · 14:39 Uhr
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