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Zweite Rettungsbohrung für Kumpel in Chile

Die eingeschlossenen Bergleute in Chile können jetzt per Bildtelefon mit Angehörigen sprechen.Großansicht

Santiago de Chile (dpa) - Zur Rettung der seit einem Monat in einer chilenischen Mine eingeschlossen Bergleute sollte heute eine zweite Bohrung beginnen. Die Behörden hoffen, mit Hilfe des Bohrers vom Typ Schramm T 130 XT schneller zu den Männern in 700 Meter Tiefe vorstoßen zu können.

Bereits seit vergangenem Montag arbeitet eine langsame Maschine, die bisher bis in etwa 50 Meter Tiefe vorgestoßen ist. Ein drittes, wesentlich größeres und stärkeres Gerät, das normalerweise für die Erdölsuche eingesetzt wird, ist zu der Mine San José in der Atacama-Wüste unterwegs. Die Regierung äußerte sich zum Zeitpunkt einer möglichen Rettung weiter vorsichtig: Möglichst noch vor Weihnachten, hieß es.

Nach dem Einsturz eines Tunnels am 5. August hatten die Kumpel zunächst mit Thunfisch aus der Dose und ein wenig Milch 17 Tage lang ausgehalten, bis sie am 22. August gefunden worden waren. Seither erhalten sie alles Nötige zum Überleben durch enge Versorgungsröhren. Es geht ihnen den Umständen entsprechend gut. Die Lebensbedingungen in der großen Tiefe sind äußerst hart: hohe Luftfeuchtigkeit, Hitze um die 35 Grad, Luftmangel und Dunkelheit.

Die Angehörigen, die seit Wochen in einen Zeltlager bei der Mine aushalten, kündigten für Sonntag ein Hupkonzert und ein Ständchen für die Eingeschlossenen an. Am Vortag hatten sie erstmals per Bildtelefon mit den Männern sprechen können. Dafür war ein Glasfaserkabel hinuntergelassen worden.

«Sie sahen gut aus. Sie konnten uns nicht sehen, aber wir wollten sie sehen», erzählte Antonia Godoy, Mutter des eingeschlossenen Bergmanns Richard Villarroel, im chilenischen Fernsehen. «Es war sehr aufwühlend. Man hätte sie so gerne direkt aus dem Bildschirm geholt», fügte die Frau hinzu.

Zuspruch erhielten die Verschütteten auch von Überlebenden eines viel früheren Unglücks, das als «Wunder der Anden» bekannt wurde. Vier der zwölf Uruguayer, die 1972 nach dem Absturz ihres Flugzeugs in den Anden mehr als zehn Wochen im Eis überlebt hatten, reisten zu dem Bergwerk und überbrachten den Eingeschlossenen per Bildtelefon eine Botschaft. «Wenn dies alles ausgestanden ist und Jahre vergangen sind, werden euch die jetzigen Probleme angesichts der Freude am Leben wie eine Nebensächlichkeit erscheinen», sagte Ramón Sabelle.

Notfälle / Chile
05.09.2010 · 21:54 Uhr
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