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Zweite Demo-Nacht in Tunis

In Tunis lassen Soldaten Zivilisten passieren: Spekulationen über eine mögliche Machtübernahme der Armee in Tunesien wies Heereschef Rachid Ammar zurück.Großansicht

Tunis/Paris (dpa) - In der zweiten Nacht in Folge haben Demonstranten in Tunis den Rücktritt der alten Garde gefordert, die nach dem Sturz von Präsident Zine el Abidine Ben Ali ihre Posten behalten hat.

Ungeachtet der Ausgangssperre verbrachten sie die Nacht zu Dienstag vor dem Rathaus von Tunis, wo die Übergangsregierung provisorisch Quartier bezogen hat. Es wird damit gerechnet, dass demnächst eine Kabinettsumbildung bekanntgegeben wird. In einer ungewöhnlichen Geste hatte sich Heereschef Rachid Ammar am Vorabend an die Demonstranten gewandt und sie gebeten, die Übergangsregierung nicht an ihrer Arbeit zu hindern.

Zugleich wies er Spekulationen über eine mögliche Machtübernahme der Armee zurück. «Die Armee ist die Beschützerin der Revolution», sagte er in einer improvisierten Ansprache. «Wir halten der Verfassung die Treue», betonte er. Die Revolution sei gefährdet, wenn ein Machtvakuum entstehe, warnte er. «Das würde Angst hervorrufen und einer neuen Diktatur den Weg bereiten», mahnte er.

Ammar ist in Tunesien zum Volksheld geworden. Es heißt, er habe sich geweigert auf die Demonstranten schießen zu lassen und dazu beigetragen, dass Ben Ali ins Exil floh. Die Armee gilt in Tunesien - anders als im Nachbarland Algerien - als volksnah.

Regierung / Konflikte / Tunesien
25.01.2011 · 10:30 Uhr
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