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Zweifel an angeblich entlastenden Dokumenten im Prozess gegen Ex-RAF-Terroristin Verena Becker

Berlin (dts) - Kurz vor dem Prozess gegen Verena Becker sind Zweifel an den Geheimdokumenten aufgetaucht, die die ehemalige RAF-Terroristin entlasten würden. Das Nachrichtenmagazin "Spiegel" hatte in seiner neuesten Ausgabe über einen Vermerk des Verfassungsschutzes von 1981 berichtet, dem zufolge sowohl Becker als auch Brigitte Mohnhaupt zum Zeitpunkt des Anschlags auf den damaligen Generalbundesanwalt Siegfried Buback im April 1977 im Irak gewesen seien. Nach Angaben der früheren RAF-Terroristin Silke Maier-Witt trifft dies zumindest auf Brigitte Mohnhaupt nicht zu.

Maier-Witt hatte am Tag des Buback-Attentats Mohnhaupt und andere Mitglieder der RAF in den Niederlanden getroffen, um über ihren Beitritt zur Terrorgruppe zu sprechen. "Mohnhaupt war definitiv an diesem Tag in Amsterdam", sagte Maier-Witt der Tageszeitung "Die Welt". Man habe sich dort mittags im Restaurant "Wiener Wald" getroffen. An dem Treffen nahm auch die damalige RAF-Terroristin Sieglinde Hofmann teil, am Abend stieß noch Peter Boock dazu. Verena Becker sei allerdings nicht dabei gewesen, sagte Maier-Witt, die sich am Tag des Buback-Attentats der RAF anschloss und später an der Vorbereitung der Entführung von Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer beteiligt war. Auch in der Folgezeit sei sie Becker nie begegnet. Maier-Witt wurde 1990 verhaftet und zu zehn Jahren Haft verurteilt. Im Gegensatz zu vielen anderen RAF-Terroristen hat sie sich von den Taten distanziert.
DEU / Terrorismus / Justiz
27.09.2010 · 13:49 Uhr
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