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Zwei Tote bei Angriff auf Schwule in Tel Aviv

Angriff auf Schwule in Tel AvivGroßansicht
Tel Aviv (dpa) - Bei einem blutigen Angriff auf ein Jugendzentrum für Schwule und Lesben in Tel Aviv sind in der Nacht zum Sonntag zwei Menschen ums Leben gekommen.

Elf weitere wurden nach Angaben von Sanitätern verletzt, als am späten Samstagabend ein schwarz gekleideter und maskierter Angreifer in der Einrichtung im Stadtzentrum um sich schoss. Bei den Opfern handelte es sich nach Medienberichten um eine 17-Jährige und einen 24-jährigen Gruppenleiter. Die Polizei geht von einem Hass-Anschlag gegen die Schwulenszene in der Stadt aus. Der Täter konnte zunächst entkommen.

Hunderte von Menschen demonstrierten wenige Stunden nach dem folgenschwersten Angriff auf Homosexuelle in Israel mit Plakaten und Kerzen in der Stadt, Politiker und Rabbiner verurteilten die Tat. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sprach am Sonntag von einem «schockierenden Mord». Während der Kabinettssitzung sagte er: «Wir sind ein tolerantes Land und wir müssen jeden Menschen so respektieren, wie er ist.»

Staatspräsident Schimon Peres betonte, ein kultiviertes und aufgeklärtes Volk könne sich mit solch einem «furchtbaren Mord an Jugendlichen nicht abfinden». «Mord und Hass sind die schlimmsten Verbrechen der Gesellschaft.» Das israelische Oberrabbinat verurteilte die «schändliche und inakzeptable Tat».

Die Polizei setzte bei der Fahndung nach dem flüchtigen Täter auch Hubschrauber ein. Über Einzelheiten der Ermittlungen wurde eine Nachrichtensperre verhängt. Als Vorsichtsmaßnahme wurde die sofortige Schließung aller öffentlichen Schwulen-Treffpunkte in der Stadt angeordnet.

Tel Aviv gilt in Israel als Hochburg der Homosexuellen. Schwule und lesbische Repräsentanten äußerten nach dem Angriff Entsetzen und Sorge. «Wir sind schockiert, traurig und von Schmerz erfüllt», teilte ein Sprecher des Verbands der Schwulen, Lesben, Bi- und Transsexuellen in Tel Aviv mit. «Wir haben mit so einem Vorfall nicht gerechnet und hoffen, dass sich so etwas nicht wiederholt.» Der offen homosexuelle Parlamentsabgeordnete Nizan Horowitz sprach von einem «blindwütigen Angriff auf unschuldige Jugendliche» und einem «Anschlag auf die Freiheit».

Kriminalität / Israel
02.08.2009 · 14:11 Uhr
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