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Zwei Stunden Vene gesucht - Exekution abgebrochen

HinrichtungsraumGroßansicht
Washington (dpa) - Eine Hinrichtung im US-Staat Ohio ist am Dienstag abgebrochen worden, nachdem das Exekutionsteam zwei Stunden lang vergeblich nach einer Vene für die Giftspritze gesucht hatte.

Wie der Sender CNN weiter berichtete, verschob Gouverneur Ted Strickland die Hinrichtung um eine Woche - dann soll erneut versucht werden, den Häftling Romell Broom mit einer Injektion zu töten.

Der Delinquent versuchte laut Medienberichten eine Stunde nach Beginn der Prozedur im Gefängnis von Lucasville sogar, dem Team zu helfen, indem er den linken Arm auf und ab bewegte und die Muskeln anspannte. Zu einem Zeitpunkt sei es dann auch gelungen, die Nadel einzuführen, aber dann sei die Vene kollabiert. Auf Brooms Stirn sei Schweiß ausgebrochen, sein Oberkörper habe sich heftig gehoben und gesenkt, und die Füße hätten heftig gezuckt, hieß es weiter. Schließlich habe das Team den Gefängnisdirektor informiert, der seinerseits den Gouverneur unterrichtet habe. Der heute 53-jährige Broom war wegen Entführung, Vergewaltigung und Ermordung eines 14- jährigen Mädchens 1984 zum Tode verurteilt worden.

Bereits 2006 hatte in Ohio eine Hinrichtung aus dem gleichen Grund 90 Minuten gedauert. Der Todeshäftling hatte während der Exekution wiederholt den Kopf geschüttelt und gesagt: «Es funktioniert nicht.» Dem Todesstrafen-Informationszentrum in Washington zufolge ist es bisher nur ein Mal vorgekommen, dass ein Häftling zwei Mal einer Hinrichtungsprozedur ausgesetzt wurde, wie dies anscheinend nun Broom bevorsteht.

Demnach funktionierte 1946 bei einer geplanten Exekution in Louisiana der elektrische Stuhl nicht. Der Delinquent habe dann fast ein weiteres Jahr in der Todeszelle verbracht, während das Oberste US-Gericht über die Verfassungsmäßigkeit eines zweiten Exekutionsversuchs beraten habe, zitierten Medien Zentrums-Direktor Richard Dieter. Er äußerte vor diesem Hintergrund die Erwartung, dass es auch in Brooms Fall wegen entsprechender gerichtlicher Vorstöße nicht zu einer Hinrichtung in der nächsten Woche kommt.

Hinrichtungen / USA
16.09.2009 · 14:10 Uhr
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