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Zwei deutsche Soldaten im Kosovo verletzt

Ein Soldat der deutschen KFOR-Einheit bewacht das KFOR-Hauptquartier in Pristina im Kosovo. Foto: Michael Hanschke/ArchivGroßansicht

Pristina/Berlin (dpa) - Bei der Räumung einer Straßensperre im Norden des Kosovo sind am Freitag zwei deutsche Soldaten verletzt worden. Die beiden Männer wurden nach Angaben der Bundeswehr angeschossen, als sie eine von Serben errichtete Barrikade beseitigen wollten.

Auch vier Serben seien verletzt worden, teilte das Krankenhaus im nahe gelegenen Mitrovica mit. Als Teil der internationalen Schutztruppe KFOR ist die Bundeswehr in der ehemaligen serbischen Provinz mit etwa 1300 Soldaten im Einsatz.

Nach Angaben des Einsatzführungskommandos musste einer der Bundeswehrsoldaten wegen einer Schussverletzung am Oberarm ins Krankenhaus gebracht werden. Der andere wurde am Ohr getroffen. Er konnte vor Ort versorgt werden.

Die Nato bedauerte die Angriffe auf die Soldaten und warnte vor «Provokationen» gewarnt. «Unsere Soldaten versuchten, die Bewegungsfreiheit in Übereinstimmung mit dem Mandat der Vereinten Nationen sicherzustellen», sagte Nato-Sprecherin Carmen Romero am Freitag in Brüssel. «KFOR toleriert keine Gewalt und tut das auch in Zukunft nicht. Unsere Soldaten haben das Recht auf Selbstverteidigung, wenn sie angegriffen werden.»

Augenzeugenberichten zufolge hatten etwa 500 Serben in der Nähe einer Ortschaft nördlich von Mitrovica versucht, die gewaltsame Räumung einer ihrer Barrikaden durch die deutschen KFOR-Soldaten zu verhindern. Die Soldaten setzten Tränengas ein, daraufhin fielen auch Schüsse. Die KFOR konnte nach eigener Darstellung zwar einige Barrikaden räumen, doch errichteten die Serben ganz in der Nähe neue Sperren.

Die umkämpften Barrikaden war von den Serben vor knapp einem Jahr errichtet worden. Sie wollen damit verhindern, dass die albanisch geführte Regierung in Pristina die Kontrolle über den von Serben bewohnten Norden Kosovos übernimmt.

Die KFOR unter dem deutschen Oberbefehlshaber Erhard Drews hatte bereits mehrfach vergeblich versucht, diese und zahlreiche andere serbische Straßenblockaden zu brechen. Die von der NATO geführte KFOR-Truppe hat den Auftrag, die volle Bewegungsfreiheit auch im Nordkosovo sicherzustellen. Insgesamt hat die Nato im Kosovo derzeit etwa 6200 Soldaten im Einsatz.

Nato / Kosovo / Konflikte / Serbien
01.06.2012 · 17:00 Uhr
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