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Zwei Airbusse in Guam und Russland notgelandet

Ein Airbus 330 der australischen Fluggesellschaft Jetstar nach einer Notlandung. (Archivbild vom 23.07.2007)Großansicht
Sydney (dpa) - Ein Feuer im Cockpit hat die Piloten eines Airbus 330 am Donnerstag zur Notlandung auf der Pazifikinsel Guam gezwungen. Die 203 Menschen an Bord kamen mit dem Schrecken davon.

Die Piloten brachten das Flugzeug gleichen Modells wie die vor Brasilien abgestürzte Air-France-Maschine sicher zu Boden, teilte die australische Fluggesellschaft Jetstar am Donnerstag in Sydney mit. Offenbar gab es Probleme mit dem Heiz-Element in einer Scheibe. In Russland musste am Donnerstag ein Airbus A 320 der Fluggesellschaft Aeroflot wegen eines Risses in einer Cockpit-Scheibe notlanden.

«Viele Leute wussten nicht, was los war. Sie wurden geweckt, als durchgesagt wurde, dass wir in Guam landen», sagte ein Passagier im australischen Rundfunk. Die, die wach waren, hätten einen ungewöhnlichen Geruch bemerkt. «Als wenn jemand etwas kochen würde.» Die Piloten wurden vier Stunden nach dem Start in Osaka in Japan plötzlich auf Flammen am rechten Cockpit-Fenster aufmerksam und aus ihrer Routine gerissen. Sie streiften die Sauerstoffmasken über, löschten die Flammen mit dem Feuerlöscher, sendeten das Mayday-Notsignal aus und steuerten den nächsten Flughafen an.

Guam liegt im Pazifik zwischen Japan, den Philippinen und Hawaii. Die Insel ist ein gut 500 Quadratkilometer großes Außengebiet der USA mit 170 000 Einwohnern, das vor allem durch den US-Stützpunkt Andersen Airforce Base bekannt ist. Die Passagiere wurden dort in Hotels untergebracht und sollten später weitergeflogen werden.

Flug JQ20 war am Mittwochabend (Ortszeit) in Osaka mit Kurs auf die Ostküste Australiens gestartet. An Bord waren überwiegend japanische Urlauber. Dann bemerkten sie plötzlich die Flammen. «Im Cockpit breitete sich Rauch aus. Einer der vier Piloten musste den Feuerlöscher betätigen», sagte Jetstar-Sprecher Simon Westaway. Das Feuer sei nicht in die Kabine gelangt.

Die Maschine war nach Angaben von Jetstar-Chef Geoff Buchanan wie die Air France-Maschine, die am Pfingstmontag mit 228 Menschen an Bord abgestürzt ist, etwa zwei Jahre alt. Im Air France-Fall rätseln die Ermittler noch über die Absturzursache. Nach Buchanans Angaben war der Jetstar-Airbus am 6. Mai von Qantas-Ingenieuren gewartet worden. Jetstar ist die Billigfluglinie der australischen Qantas.

«Das Fenster ist das, was original vom Hersteller eingebaut war», sagte er Reportern. «Wir haben so etwas nie zuvor erlebt. Es ist natürlich zu früh, über den Grund zu spekulieren. Wir werden eine umfangreiche Untersuchung vornehmen, mit Qantas-Ingenieuren und den zuständigen Behörden.» Nach seinen Angaben zeigte der Bordcomputer ein Problem mit dem Heiz-Element an. Die australische Flugsicherheitsbehörde schickte vier Ermittler nach Guam.

An Bord der Aeroflot-Maschine in Russland waren 122 Menschen. Der Airbus hatte am Donnerstag seinen Flug von Jakutsk nach Moskau in der sibirischen Metropole Nowosibirsk unterbrechen müssen, teilten die Behörden nach Angaben der Agentur Interfax mit. Bei dem Vorfall sei niemand verletzt worden. In Russland kommt es fast jede Woche zu Notlandungen, da vor allem bei veralteten Flugzeugen Funktionsstörungen auftreten.

In Kanada war am Dienstag eine Maschine nach einem Feuer notgelandet. Der Brand war in der Toilette einer Boeing 767-300 der American Airlines mit 206 Menschen an Bord ausgebrochen. Vermutlich war ein defekter Lüftungsventilator Ursache des Feuers. Die Maschine war auf dem Weg von New York nach Zürich.

Luftverkehr / Australien
11.06.2009 · 16:03 Uhr
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