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Zugunglück nach Blitz in China: Mindestens 16 Tote

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Peking (dpa) - Nach einem Stromausfall durch einen Blitzschlag sind in Ostchina zwei Hochgeschwindigkeitszüge aufeinandergeprallt. Mindestens 16 Menschen kamen ums Leben.

Rund 200 Passagiere wurden in Krankenhäuser gebracht, wie amtliche Medien am Samstag berichteten. Mindestens sechs Waggons mit rund 600 Passagieren entgleisten durch die Kollision. Zwei stürzten rund 20 bis 30 Meter von einer Brücke.

In einem schweren Gewitter hatte der Blitzeinschlag die Stromversorgung des Hochgeschwindigkeitszuges D3115 lahmgelegt, wie die örtliche Fernsehstation Hangzhou TV berichtete. Er sei nicht mehr zu steuern gewesen. Der Zug sei schließlich ganz langsam gefahren und praktisch zum Stillstand gekommen, als der andere Hochgeschwindigkeitszug mit der Nummer D301 aufgefahren sei.

Das Unglück passierte nahe der Stadt Shuangyu in der Provinz Zhejiang. Der plötzlich führungslose Zug sei auf dem Weg von der Provinzhauptstadt Hangzhou nach Wenzhou gewesen. Einer seiner Waggons stürzte von der Brücke. Der andere hing senkrecht an der Brücke. Rettungskräfte bemühten sich, die Opfer aus den schwerbeschädigten Waggons zu bergen. Nach Medienberichten sollen die Waggons jeweils rund 100 Passagiere fassen. Der aufgefahrene Unglückszug war auf dem Weg von Peking nach Fuzhou in Südchina.

Über Handys riefen verunglückte Zuginsassen in Mikroblogs um Hilfe. «Bitte helft mir! ...Hilfe! Hilfe!», schrieb ein eingeschlossenes Opfer laut Nachrichtenagentur Xinhua. «Ich habe solche Angst.» Die Rettungsarbeiten wurden erschwert, weil so viele Menschen am Unfallort umherliefen, wie die Staatsagentur berichtete. Passagiere hätten aber auch bei den Bergungsarbeiten geholfen. Wegen der hohen Zahl der Verletzten riefen Krankenhäuser in Wenzhou die Bevölkerung zu Blutspenden auf.

Das Unglück ist ein schwerer Schlag für das Hochgeschwindigkeitsnetz in China. Das ehrgeizige Programm, das viele Milliarden verschlungen hat, war in den vergangenen Wochen schon ins Gerede gekommen. Insbesondere die gerade neu eröffnete Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Peking und Shanghai machte wiederholt mit technischen Problemen und Verspätungen von sich reden. Es gab ferner Diskussionen über mögliche Sicherheitsprobleme.

Hintergrund der Debatte ist auch der Korruptionsskandal um Eisenbahnminister Liu Zhijun, der im Februar abgesetzt worden war. Bei der Auftragsvergabe für das Hochgeschwindigkeitsnetz sollen der Minister und andere leitende Beamte mitkassiert haben.

Wegen der Anlaufprobleme auf der 1300 Kilometer langen und fünfeinhalb Stunden dauernden Peking-Shanghai-Strecke stiegen viele Passagiere doch wieder auf Flugverbindungen um. Vergangene Woche musste sich ein Sprecher des Eisenbahnministeriums für die Unannehmlichkeiten entschuldigen. Weil die Passagierzahlen zurückgehen, sollen von Montag an zunächst zwei Züge aus dem Fahrplan für die neue Verbindung von Peking nach Shanghai gestrichen werden.

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Unfälle / Bahn / China
23.07.2011 · 20:04 Uhr
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