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Zollitsch: Anzeige Frage des Abwägens

Berlin (dpa) - Erzbischof Robert Zollitsch hat sich dagegen ausgesprochen, beim Verdacht auf sexuellen Missbrauch sofort und in jedem Fall die Staatsanwaltschaft einzuschalten.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz sagte am Donnerstag in den ARD-«Tagesthemen»: «Wir müssen immer sehen, wie weit nun wirklich der Verdacht begründet ist, denn es werden ja auch viele Menschen völlig zu Unrecht beschuldigt.» Das sei eine Frage des Abwägens: «Wo gewichtige Gründe dafür sprechen, werden wir dem Opfer zunächst und dann auch dem Täter sehr dringend empfehlen, tatsächlich die Staatsanwaltschaft einzuschalten.»

Allerdings könne es keine absolute Automatik geben, «denn sonst würden wir verhindern, dass auch Opfer sich an uns wenden, weil sie sofort sagen müssen: das erste ist, es wird die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Aber unser Ziel ist es, das in jedem Fall zu erreichen.» Zugleich lehnte Zollitsch vor dem Hintergrund der Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche einen «Runden Tisch» mit kirchlichen und staatlichen Vertretern ab, wie es ihn in Irland gibt. «Wir werden von uns aus aktiv auf Gruppen und Kreise zugehen, die sich um Prävention bemühen, die sich um die Aufarbeitung bemühen, und werden das von uns aus aktiv anpacken. Ich sehe in einem staatlich verordneten "Runden Tisch" wenig Sinn», sagte er.

Kriminalität / Kirchen
25.02.2010 · 22:47 Uhr
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