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Zitterpartie nach Parlamentswahl in Albanien

Sali BerishaGroßansicht
Tirana (dpa) - Einen Tag nach der Parlamentswahl in Albanien hat sich ein knappes Rennen zwischen der Koalition von Regierungschef Sali Berisha und der Oppositionsliste des Sozialisten Edi Rama abgezeichnet.

Auch 20 Stunden nach Schließung der Wahllokale lagen noch keine aussagekräftigen Ergebnisse der Abstimmung vor. Bis zum Nachmittag war erst ein Drittel der Stimmzettel ausgezählt.

Nachdem beide politischen Blöcke lange gleichauf bei jeweils 70 Sitzen im Parlament mit 140 Abgeordneten gelegen hatten, konnte das Berisha-Lager zuletzt 72 Mandate für sich verbuchen. Drei Wahlforschungsinstitute hatten unmittelbar nach der Wahl auf der Basis von Wählerbefragungen nach der Stimmabgabe einen klaren Wahlsieg des 64-jährigen Berisha vorausgesagt. Der 20 Jahre jüngere Rama hatte diese Hochrechnungen als «nicht aussagefähig» zurückgewiesen.

Die staatliche Wahlkommission musste wegen der schleppenden Auszählung ihr selbstgestecktes Ziel aufgeben, bis Montag um 1700 Uhr klare Ergebnisse vorzulegen. «Es tut mir leid, das ist unmöglich, weil die Leute müde sind und noch so viel zu tun bleibt», sagte ihr Vorsitzender Arben Ristani. Ein Kommissionssprecher begründete die Verzögerung mit neuen elektronischen Zähltechniken, die mehr Zeit in Anspruch nähmen.

Die Abstimmung am Sonntag war nach Darstellung aller Parteien und auch der ausländischen Beobachter weitgehend fair verlaufen. Nach der Gewalt im Wahlkampf mit Toten und Verletzten war die Abstimmung als Test für die demokratische Reife des kleinen Adrialandes gewertet worden. Die USA und die EU hatten eine faire Abstimmung zur Voraussetzung für die weitere Annäherung Albaniens an Brüssel gemacht.

Wahlen / Parlament / Albanien
29.06.2009 · 15:59 Uhr
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