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Zitate: Arcandors Weg zur Insolvenzeröffnung

Hamburg (dpa) - Bereits 2004 stand die damalige KarstadtQuelle AG vor der Pleite. Danach gelang dem Konzern auch unter dem Namen Arcandor nicht die grundlegende Wende zum Besseren. Schließlich musste das Unternehmen Insolvenzantrag für die Arcandor AG und wichtige Töchter stellen.

Die vergangenen fünf Jahre in Zitaten:

«Ich bin Aufsichtsratsvorsitzender, und ich habe einen Konzern vorgefunden, der sich in einer finanziellen Notsituation befand.» (Thomas Middelhoff, Konzernchef von 2005 bis 2009, in der «Welt am Sonntag», April 2005)

«Ja, es wird KarstadtQuelle noch sehr lange geben. Und beide Teile werden profitabel arbeiten. Geben Sie uns nur noch etwas Zeit dafür.» (Middelhoff im «Stern»-Interview, November 2005)

«Ich will zunächst einmal konstatieren, dass wir mit dem Immobilienverkauf nicht mehr "der angeschlagene Handelskonzern" sind.» (Middelhoff im Mai 2006 zum kompletten Verkauf der Immobilien)

«Wir sind auf dem Weg nach oben, zum Premiumanbieter. Und das nicht nur in Deutschland.» (Middelhoff zum «Stern», Dezember 2007)

«Karstadt war zunächst auch auf gutem Weg. Aber 2007 setzte eine Fehlentwicklung ein, weil dem zuständigen Management die Kosten aus dem Ruder liefen. (...) In letzter Konsequenz habe ich das zu verantworten, weil ich falsche Personalentscheidungen getroffen habe». (Middelhoff im Dezember 2008 zum «Spiegel»)

«Ich bin nicht dazu da, die Transaktionen der Vergangenheit zu beurteilen. Aber ich bin dazu da, die Verhältnisse zu ändern.» (Middelhoff-Nachfolger Karl-Gerhard Eick in der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (FAZ) im April 2009 über die hohen Mietkosten nach dem Verkauf der Konzern-Immobilien)

«Das Unternehmen hat in den vergangenen Jahren viel Geld in Luxus gesteckt und dabei die übrigen Häuser vernachlässigt. (...) Das Unternehmen hat mit seinen drei Säulen Tourismus, Warenhaus und Versandhandel eine Zukunft. Davon bin ich fest überzeugt.» (Eick in der FAZ, 27. April 2009)

«Wir brauchen zu den schon bekannten 960 Millionen Euro noch einmal 900 Millionen! Sonst müssen wir am 12. Juni in die Insolvenz.» (Eick, «Die Welt» vom 2. Juni 2009)

«Wenn ein Warenhaus schließt, bricht ein Stück Lebenskraft in der Stadt weg. Wir dürfen nicht zulassen, dass die Innenstädte verkümmern.» (Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee (SPD) am 6. Juni in der «Passauer Neuen Presse»)

«Uns waren die Zusagen der Gläubiger und Eigentümer absolut nicht genug, um sich für Arcandor zu engagieren. Wir haben aber auch auf die Steuergelder zu achten.» (Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zum Insolvenzantrag von Arcandor vom 9. Juni 2009)

«Das ist durchgegangen wie eine Explosion (...) Die Stimmung ist grausam, die Mitarbeiter weinen.» (Karstadt-Betriebsrätin Gabriele Schuster zu Reaktionen am 9. Juni)

«Das operative Geschäft bleibt in vollem Umfang erhalten.» (Arcandor-Sprecher Gerd Koslowski zu den direkten Auswirkungen des Insolvenzantrags am 9. Juni)

«Wir haben das ein oder andere Mal die Erfahrung gemacht, dass solche Insolvenzanträge auch dazu führen können, dass vieles zu retten ist.» (Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) am 9. Juni)

«Solch ein Verfahren in dieser Größenordnung hat es in Deutschland noch nicht gegeben.» (Experte Prof. Hans Haarmeyer vom RheinAhrCampus in Remagen bei Bonn zum Insolvenzantrag vom 9. Juni 2009)

«An unserem Konzept zur Übernahme von etwa 60 Karstadt-Standorten und damit zur Rettung der großen Mehrheit der Arbeitsplätze halten wir unverändert fest. Die Tür für Gespräche und Verhandlungen steht offen.» (Metro-Konzernsprecher Michael Inacker am 9. Juni)

«Wir haben mit der Lupe nach der Substanz in diesem Unternehmen gesucht, aber wir haben nichts Nennenswertes gefunden. In diesem Hause gibt es wirklich nichts, was nicht anderen Leuten gehört.» (Klaus Hubert Görg, vorläufiger Insolvenzverwalter der Arcandor-Gruppe, am 16. August in der «Welt am Sonntag»)

«Ich komme aus einfachen Verhältnissen und weiß, dass 15 Millionen Euro sehr viel Geld ist - auch für mich.» (Eick nach Kritik an einer möglichen Millionen-Anfindung zur «Bild am Sonntag», 30. August)

«Dafür habe ich absolut kein Verständnis. (...) Man muss überlegen, ob man da was machen kann.» (Merkel über die Eick-Abfindung im Bayerischen Rundfunk, 1. September)

«Wenn am Dienstag der Insolvenzverwalter vom Gericht bestellt wird, werde ich ihn fragen, ob er mich noch braucht» (Eick am 30. August zur «Bild am Sonntag»)

Handel / Arcandor
01.09.2009 · 17:56 Uhr
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