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Zentralstelle fahndet weiter nach NS-Verbrechern

Dortmund (dpa) - Auch nach dem Demjanjuk-Urteil dauert die Suche nach NS-Verbrechern an. Staatsanwalt Andreas Brendel von der nordrhein-westfälischen Zentralstelle für die Bearbeitung von NS-Massenverbrechen hält weitere Prozesse für möglich.

«So lange es theoretisch noch möglich ist, dass wir jemanden auf die Anklagebank setzen, und das können wir ja noch mit 90, 95 (Jahren) machen, kann ich nie ausschließen, dass noch weitere große Prozesse anhängig sein werden», sagte Brendel im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa in Dortmund.

Der frühere KZ-Wachmann John Demjanjuk war am Donnerstag zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Das Münchner Landgericht sprach den 91-Jährigen der Beihilfe zum Mord an mindestens 28 060 Juden im Jahr 1943 im Vernichtungslager Sobibor schuldig.

66 Jahre nach dem Ende des Nazi-Terrors sind zwar die meisten Täter - wie auch die Zeugen in möglichen Prozessen - gestorben. Aber 18 Ermittlungsverfahren liegen derzeit in Dortmund noch an. Allein in den letzten zwei Jahren sei es zu Anklageerhebungen in Bonn, Aachen und Duisburg gekommen.

Brendel betonte, man sei es «sowohl den Opfern als auch der Nachwelt schuldig (...), diese Sachen aufzuklären und, wenn wir sie denn finden, diese Leute auch anzuklagen».

Prozesse / Kriminalität / Nationalsozialismus
13.05.2011 · 06:20 Uhr
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