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Zeitung: Verstärkte US-Drohnen-Angriffe in Pakistan

Protest gegen Drohnen-EinsätzeGroßansicht
Washington (dpa) - Der US-Geheimdienst CIA hat nach einem Zeitungsbericht seine Angriffe mit unbemannten Drohnen in Pakistan deutlich verstärkt. Dies sei die Antwort auf den Selbstmordanschlag auf die CIA-Basis in der afghanischen Provinz Chost vom 30. Dezember.

Seitdem hätten die ferngesteuerten Flugroboter bei elf Missionen etwa 90 Menschen getötet, berichtete die «New York Times» am Samstag. Das sei die intensivste Serie von Angriffen gegen Ziele in Pakistan seit Beginn des Drohnen-Programms im Sommer 2008.

«Die CIA will zeigen, dass sie zurückschlagen kann», sagte Verteidigungsexperte Bill Roggio der Zeitung. Bei dem Selbstmordanschlag auf die CIA-Basis waren acht Amerikaner getötet worden, darunter sieben Mitarbeiter des Geheimdienstes. Der Attentäter hatte die Bombe gezündet, unmittelbar bevor er an einem Kontrollposten überprüft werden sollte. Dabei starben auch CIA-Aufklärungsspezialisten, durch deren Erkenntnisse die Angriffsziele der Drohnen festgelegt wurden.

Während der jüngsten Serie von Angriffen kamen den Angaben zufolge bei einer einzigen Attacke in Süd-Waziristan mindestens 20 Menschen ums Leben, bei einer anderen in Nord-Waziristan mindestens 17. Der «New York Times» zufolge will die CIA ihre Flotte der neuesten «Reaper»-Drohnen bis zum nächsten Jahr von sechs auf 14 mehr als verdoppeln. Die Drohnen-Missionen waren seit der Amtsübernahme von Präsident Barack Obama vor einem Jahr deutlich verstärkt worden.

Unterdessen sind in Pakistan bei einem Selbstmordanschlag auf eine Polizeistation sowie Kämpfen mit Aufständischen mindestens 28 Menschen ums Leben gekommen. Am Samstag steuerte ein Attentäter sein mit Sprengstoff beladenes Auto in die Polizeistation von Tank in der unruhigen Nordost-Provinz. Zwei Sicherheitskräfte und drei Zivilisten kamen ums Leben, elf weitere Menschen wurden verletzt, berichtete Polizeisprecher Ijaz Abid.

Im Stammesgebiet von Orakzai nahe der afghanischen Grenze starben am Freitagabend neun Taliban und zwei Soldaten bei bewaffneten Zusammenstößen. Mehrere Dutzend Aufständische hatten nach Militärangaben einen Sicherheitsposten angegriffen. In der Nachbarregion von Kurram töteten Regierungstruppen zwölf islamistische Kämpfer. In beiden Gebieten haben Hunderte von Taliban Zuflucht gesucht, nachdem die Regierungstruppen eine Offensive in Süd-Waziristan gestartet hatten.

Konflikte / USA / Afghanistan / Pakistan
23.01.2010 · 18:28 Uhr
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