News
 

Zeitung: Starke CDU-Kräfte für von der Leyen

Leipzig/Berlin (dpa) - In der CDU-Führung gibt es nach einem Bericht der «Leipziger Volkszeitung» (Dienstag) starke Kräfte, die für eine Kandidatur von Ursula von der Leyen für das Amt des Bundespräsidenten werben.

Die Bundesarbeitsministerin aus der CDU wäre für die Bundesversammlung eine vergleichsweise sichere Bewerberin, schreibt das Blatt ohne konkrete Angabe von Quellen. Ihr dürften sogar Stimmen aus dem Oppositionslager zufallen, so die Hoffnung in der Unions-Führung laut der Zeitung. Die Tochter von Niedersachsens früherem CDU-Ministerpräsidenten Ernst Albrecht sei bereits 2004 in der engsten Auswahl von CDU-Chefin Angela Merkel für die Position des Staatsoberhaupts gewesen.

Der Sprecher des rechten Seeheimer Kreises in der SPD, der Bundestagsabgeordnete Garrelt Duin, schlug den ehemaligen Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) als Nachfolger des am Montag zurückgetretenen Horst Köhler vor. «Peer Steinbrück hat Format. Er ist international erfahren, hat den Mut, Impulse zu geben, und wird parteiübergreifend anerkannt», sagte Duin der «Rheinischen Post» (Dienstag). Steinbrück verbinde sprachliche Kraft und Klarheit mit klugem Humor.

Nach Informationen der Zeitung hat sich der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel am Montag mit Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin auf einen gemeinsamen rot-grünen Bewerber verständigt. Es müsse einen «engen Schulterschluss» zwischen SPD und Grünen geben, hieß es dem Bericht zufolge in Parteikreisen. Der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir sagte dem «Hamburger Abendblatt» (Dienstag): «Wir brauchen in dieser ernsten Situation jetzt eine Persönlichkeit an der Spitze des Staates, die über die Partei- und Lagergrenzen hinweg unterstützt und auch in der Bevölkerung breit getragen wird.» Kanzlerin Merkel solle «deshalb auf die im Bundestag vertretenen Parteien zugehen und sich ernsthaft für einen möglichst breit getragenen Vorschlag einsetzen».

Ähnlich äußerte sich der stellvertretende SPD-Vorsitzende Olaf Scholz: «Der Bundespräsident muss, egal von welchen Parteien er gewählt wird, sein Amt überparteilich wahrnehmen.» Es müsse daher um eine Persönlichkeit gehen, die in der Lage sei, zu den grundsätzlichen Fragen der Demokratie zu sprechen. «Das kann nicht jeder und nicht jede», sagte Scholz dem «Hamburger Abendblatt».

Der luxemburgische Premier Jean Claude Juncker bedauerte den Rücktritt von Bundespräsident Köhler. Er sagte im Bayerischen Rundfunk (Bayern2/Dienstag): «Ich habe die Nachricht mit Entsetzen aufgenommen. Ich kenne Horst Köhler und bin ihm seit der Zeit freundschaftlich verbunden, seit 21 Jahren, als er Staatssekretär im Bundesfinanzministerium war. Ich halte ihn für einen ausgezeichneten Repräsentanten dessen, was deutsch ist, nach außen.» Köhler habe die Zustimmung des Auslands zur deutschen Politik und zum deutschen Selbstverständnis erhöht. Juncker: «Ich halte diesen Rücktritt für einen intern nicht nachvollziehbaren Schritt und für einen extern nicht guten Schritt.»

Bundespräsident / Reaktionen
01.06.2010 · 08:51 Uhr
[4 Kommentare]

Die aktuellen Schlagzeilen

 
 

 

News-Archiv

 
Diese Woche
Letzte Woche
Vorletzte Woche
Top News

Weitere Themen