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Zeitung: Bundesversicherungsamt warnt Hausärzte vor Rebellion

Bonn (dts) - Das Bundesversicherungsamt (BVA) befürchtet schwerwiegende Folgen, falls die bayerischen Hausärzte geschlossen aus dem System der kassenärztlichen Vereinigungen aussteigen. Die Situation in Bayern könne sich auf andere Bundesländer ausbreiten, heißt es in einem der "Süddeutschen Zeitung" vorliegenden Brandbrief des BVA-Präsidenten Maximilian Gaßner an den Vorsitzenden des deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt. "Das kann weder in ihrem noch im Interesse Ihrer Mitgliedsverbände liegen", schreibt Gaßner.

Er halte es für inakzeptabel, Unmut über politische Entscheidungen auf dem Rücken der Patienten auszutragen. Eine solche Vorgehensweise lasse an der Seriosität des bayerischen Verbandes zweifeln und stelle seine Eignung in Frage, weiterhin Vertreter der Kassen-Hausärzte und Verhandlungspartner der Kassen zu sein. Gaßner forderte Weigeldt auf, den Chef des bayerischen Verbandes und seinen Stellvertreter im Gesamtverband, Wolfgang Hoppenthaller, zur Räson zu bringen. Weigeldt sei in der Pflicht, auf Hoppenthaller "aktiv und offenkundig mit dem Ziel einzuwirken, von dieser beabsichtigten Aktion des kollektiven Zulassungsverzichtes Abstand zu nehmen". Hoppenthaller hatte die bayerischen Hausärzte aufgerufen, am 22. Dezember in Nürnberg über einen Ausstieg aus dem System der Kassenärztlichen Vereinigung zu entscheiden. Die Kosten für die Behandlung von Kassenpatienten müssten dann von einer anderen Stelle abgerechnet werden. Dies soll stattdessen nach Vorstellungen Hoppenthallers sein Verband erledigen - im Rahmen der bestehenden oder neuer Hausarztverträge. Dieser Einschätzung widerspricht Gaßner jedoch entschieden. "Die Hausärzte unterliegen einer Illusion, wenn sie glauben, nach dem Zulassungsverzicht individuelle Hausarztverträge nach ihren Wünschen mit den Krankenkassen abschließen zu können. Das ist mitnichten so", heißt es in dem der SZ vorliegenden Schreiben. Mit dem Ausscheiden aus der kollektiven Versorgung hätten die Hausärzte auch kein Recht mehr, an den Verträgen zur hausarztzentrierten Versorgung teilzunehmen. "Darüber sollten sich die Akteure im Klaren sein."
DEU / Gesundheit
10.12.2010 · 01:00 Uhr
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