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Zehntausende machten einen «Staatsbesuch»

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Berlin (dpa) - Die Bundesregierung lädt zum «Staatsbesuch» ­ und alle kommen: Bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen haben am Samstag in Berlin Zehntausende Menschen den Tag der offenen Tür genutzt, um hinter die Kulissen des Kanzleramts und der Ministerien zu blicken.

Vor allem das Bundeskanzleramt erwies sich erneut als Publikumsmagnet, und die längste Warteschlange bildete sich vor dem Helikopter der Regierungschefin. Auch wenn die Besucher immer nur kurz in den Hubschrauber durften - einmal auf dem Platz von Angela Merkel zu sitzen, ließen sich die wenigsten entgehen.

Am Sonntag öffnen die Regierungsgebäude noch einmal ihre Pforten. Dann können die Besucher auch die Kanzlerin aus der Nähe betrachten, denn zwischen 14.00 und 16.00 Uhr findet Merkels traditioneller Rundgang durch ihren Amtssitz statt. Schon gegen Mittag will Vizekanzler und Außenminister Westerwelle die Besucher durch das Auswärtige Amt führen.

Das wichtigste Mitbringsel der Besucher im Kanzleramt war der Fotoapparat, um die Kanzlerporträts, den Internationalen Konferenzsaal und die ausgestellten Staatsgeschenke festzuhalten. Das sonnige Wetter führte auch viele Menschen in den Kanzlergarten. Liegestühle, Livemusik und bodenständiges Essen wie sächsische Kartoffelpuffer oder schwäbische Pilzpfanne verwandelten den Garten der Kanzlerin in eine öffentliche Parkanlage.

Gegen 11.00 Uhr hatte Bildungsministerin Schavan in ihrem Ministerium rund 100 Gäste begrüßt und damit offiziell den Tag eingeleitet. Mit Blick auf 20 Jahre deutsche Einheit - dem thematischen Schwerpunkt des Wochenendes - betonte sie auch die Rolle ihres eigenen Hauses: «Durch die frühere Funktion als Ständige Vertretung der BRD sind wir das einzige Forschungsministerium der Welt, das ein Museum im Haus hat.» Den Besuchern gab sie für den Staatsbesuch noch einen Rat mit auf den Weg. «Die Büros der Minister sind zwar schön, aber das war es dann auch. Ich empfehle Ihnen lieber, sich mit der Geschichte der Häuser zu beschäftigen.»

Die deutsche Einheit war auch Teil der Begrüßungsrede der Verbraucherschutzministerin. «Wir haben unsere zwei Berliner Häuser vor kurzem zusammengelegt - sozusagen eine kleine Wiedervereinigung», scherzte Ilse Aigner. Später stellte sie sich in der Bundespressekonferenz den Fragen der Besucher. Viele nutzen die Gelegenheit, der Ministerin bei Verbraucherthemen wie Fahrgastrechten oder Lebensmittelsicherheit auf den Zahn zu fühlen.

Innenminister de Maizière ließ sich auch private Dinge entlocken. «Wenn ich mit meiner Frau im Wald spazieren gehe, sind immer Personenschützer dabei, darauf würde ich manchmal gerne verzichten», erzählte der Minister in Plauderlaune. Ernster wurde er beim Thema jugendliche Straftäter: «Ich halte daran fest, dass man erst mit 14 Jahren strafmündig ist. Danach bringt ein kurzer Arrest manchmal mehr als eine lange Bewährungsstrafe.»

Tag der offenen Tür

Bundesregierung / Berlin
21.08.2010 · 17:16 Uhr
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