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Zahlen zur Sicherheitslage in Afghanistan

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Kabul (dpa) - Vor allem Statistiken zu Angriffen und Anschlägen der Taliban dienten bislang dazu, die Sicherheitslage in Afghanistan einzuschätzen. Diese Zahlen sind zwar wegen der unzuverlässigen Erhebung durch die Afghanen nach Bundeswehr-Angaben nur noch «eingeschränkt belastbar».

Dennoch lassen sich aus dieser, aber auch aus anderen Statistiken Rückschlüsse auf die Sicherheitslage ziehen.

- «Sicherheitsrelevante Zwischenfälle» (SRZ): Diese Zwischenfälle erfasst die Bundeswehr. In ihrem nordafghanischen Verantwortungsgebiet stieg die Zahl der SRZ von 1228 im Jahr 2012 auf 1660 in den ersten elf Monaten 2013 - ein Plus von 35 Prozent. SRZ umfassen vor allem Angriffe und Anschläge der Taliban, aber nach Angaben der Bundeswehr auch gewalttätige Übergriffe, «die nicht eindeutig der gegnerischen Militanz zuzurechnen sind».

- «Feindliche Angriffe» («Enemy Initiated Attacks»/EIA): Anschläge und Angriffe von Aufständischen wie den Taliban, die die Internationale Schutztruppe Isaf erfasst. Die Isaf veröffentlicht wegen der Unzuverlässigkeit der Meldungen durch die Afghanen keine absoluten Zahlen mehr, aber Trends. Demnach stieg die Zahl der EIA landesweit im ersten Halbjahr 2013 um vier Prozent, im zweiten Halbjahr sank sie um sieben Prozent. Im Norden stieg sie im ersten Halbjahr um 99 Prozent und im zweiten um 26 Prozent.

- Getötete Isaf-Soldaten: Der unabhängige Internetdienst icasualties.org registrierte im vergangenen Jahr 117 ausländische Gefallene. Niedriger war der Wert zuletzt 2005 (74 Tote), seinen Höchststand erreichte er 2010 mit 632 Toten. Der Rückgang ist auf die Übergabe der Verantwortung an die Afghanen zurückzuführen.

- Getötete Bundeswehr-Soldaten: Seit Beginn des Einsatzes Ende 2001 sind 54 Bundeswehrsoldaten in Afghanistan ums Leben gekommen, davon starben 35 bei Anschlägen oder Angriffen. Zuletzt war im vergangenen Mai ein Soldat des Kommandos Spezialkräfte (KSK) gefallen.

- Getötete afghanische Sicherheitskräfte: Ihre Zahl steigt, je mehr Verantwortung sie von der Isaf übernehmen. Regelmäßige Statistiken veröffentlichen die zuständigen Ministerien nicht. Zuletzt hatte das Innenministerium mitgeteilt, dass im Ende März 2013 abgelaufenen afghanischen Kalenderjahr 1800 Polizisten getötet wurden.

- Zivile Opfer: Die Zahl der zivilen Opfer stieg nach einer Statistik der Vereinten Nationen bis Ende Oktober 2013 verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 13 Prozent. Die UN dokumentierten 2568 getötete und 4826 verwundete Zivilisten, für drei Viertel der Opfer wurden Aufständische wie die Taliban verantwortlich gemacht.

- Schlafmohn-Anbau: Auch die Anbaufläche von Schlafmohn, der in instabilen Gegenden kultiviert und aus dem Rohopium gewonnen wird, ist ein Indikator für die Sicherheitslage. In Afghanistan hat diese Fläche nach einem Bericht des UN-Büro zur Bekämpfung von Drogen und Kriminalität (UNODC) um 36 Prozent auf 209 000 Hektar zugenommen. Das ist der höchste Wert seit Beginn der UN-Erhebung 1994.

- Umfragen: Die Asia Foundation veröffentlichte im vergangenen Monat ihre jährliche Umfrage, wonach 59 Prozent der Afghanen Angst um die eigene Sicherheit oder die ihrer Familie haben - zwölf Punkte mehr als 2012. Trotzdem gingen 57 Prozent (plus 5 Punkte) der Befragten davon aus, dass sich ihr Land in die richtige Richtung bewegt.

Konflikte / KORR-Ausland / Bundeswehr / Afghanistan
09.02.2014 · 09:22 Uhr
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