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Zahl der Verfahren gegen Rockerclubs deutlich gestiegen

Berlin (dpa) - Die Sicherheitsbehörden in Deutschland sind in den vergangenen Jahren deutlich häufiger gegen Hells Angels, Bandidos und andere Rockerclubs vorgegangen. Im Jahr 2010 gab es 35 Ermittlungsverfahren wegen Bandenkriminalität, siebenmal so viele wie sechs Jahre zuvor.

Das geht aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion hervor, wie die «taz» (Freitag) berichtet. Auch der Nachrichtenagentur dpa lagen die Antworten des Ministeriums vor.

Im Jahr 2004 gab es demnach fünf Verfahren wegen Organisierter Kriminalität gegen Rockerclubs, 2005 nur eines - seitdem aber steigen die Zahlen stetig. Für das vergangene Jahr liegt noch keine Statistik vor.

Die meisten Ermittlungsverfahren im Jahr 2010 richteten sich laut Bundesregierung gegen Mitglieder der Hells Angels. «Hauptaktivitätsfelder» der Rockergruppen seien Erpressung, Gewalttaten, Drogenhandel, die sogenannte Kriminalität im Zusammenhang mit dem Nachtleben und Waffenhandel.

Nach Darstellung des Bundesinnenministeriums wurden seit 1983 insgesamt 13 Rockerclubs in Deutschland verboten. Einige dieser Verfahren betrafen zusätzlich auch Unterstützerclubs. Zuletzt hatte Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) vor gut einer Woche eine Gruppe der Hells Angels verboten.

Eine enge Verbindung von Rechtsextremisten und Rockern sieht die Bundesregierung nicht. Aus der Antwort des Innenministeriums geht hervor, dass «lediglich einige wenige, einzelfallbezogene Kontakte von Rechtsextremisten zu Angehörigen von Rockerclubs feststellbar» seien. Die Linksfraktion warnte jedoch vor einer «Mischszene» von Neonazis und Rockern.

Kriminalität / Rocker
07.06.2012 · 21:59 Uhr
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