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Zahl der Asylbewerber erreicht 100.000

Berlin (dts) - Die Zahl der Asylbewerber in Deutschland ist in diesem Jahr auf rund 100.000 angestiegen. Das geht aus den Zahlen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hervor, die der "Welt" vorliegen. Insgesamt haben in den Monaten Januar bis November 99.989 Personen hierzulande erstmalig Asyl beantragt.

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist das ein Anstieg um 68,2 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Zahl in diesem November um 37,1 Prozent gestiegen. Insgesamt wurden in diesem Zeitraum 12.130 Erstanträge gestellt. Gegenüber dem Vormonat Oktober sank die Zahl allerdings um 6,3 Prozent. Aufgrund des starken Anstiegs unterstützen derzeit rund 130 Bundespolizisten das BAMF bei den Anträgen. Die Auswertung bestätigt einen Trend der vergangenen Jahre: Demnach kommen vor Einbruch des Winters überdurchschnittlich viele Einwanderer aus Balkanländern. Bei den Herkunftsländern bezogen auf den November liegt Serbien an erster Stelle, Mazedonien an dritter, Bosnien und Herzegowina auf Platz sieben und Kosovo auf Rang neun. Der schwarz-rote Koalitionsvertrag sieht an dieser Stelle Handlungsbedarf: Im Text heißt es, dass die Westbalkanstaaten künftig als "sichere Herkunftsstaaten" eingestuft werden sollen. Ziel sei es, "aussichtslose Asylanträge von Angehörigen dieser Staaten schneller bearbeiten und ihren Aufenthalt in Deutschland schneller beenden zu können". Zugleich will man sich gegenüber den jeweiligen Regierungen und der EU-Kommission dafür einsetzen, "rasche und nachhaltige Schritte zur Verbesserung der Lebenssituation vor Ort zu ergreifen". Die meisten erstmaligen Asylbewerber kamen in den ersten elf Monaten des Jahres aus der Russischen Föderation - insgesamt 14.482 Personen. An zweiter Stelle der Herkunftsländer liegt Syrien mit 10.858 Personen. Seit Ausbruch des Kriegs im Jahr 2011 haben damit laut BAMF mehr als 23.000 Syrer in Deutschland Asyl beantragt. Die Bundesrepublik hat sich darüber hinaus dazu bereit erklärt, ein Kontingent von 10.000 Flüchtlingen aus dem Bürgerkriegsland aufzunehmen und mit gesichertem Aufenthaltsstatus auszustatten. Seit 1997 war die Zahl von 100.000 Asylerstanträgen nicht mehr überschritten worden. Der nun erreichte Wert liegt jedoch weit unter den Höchstständen, die Anfang der 1990er-Jahre erreicht wurden. Die niedrigste Zahl wurde 2007 mit rund 19.000 Erstanträgen verzeichnet.
Vermischtes / DEU / Gesellschaft
13.12.2013 · 10:36 Uhr
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