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Wulff: Die Freiheit ist am Ende unbesiegbar

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Berlin (dpa) - Bundespräsident Christian Wulff hat am 50. Jahrestag des Mauerbaus dazu aufgerufen, weltweit für Demokratie und Menschenrechte einzutreten.

«Die Erinnerung an das Unrecht der Mauer mahnt uns, diejenigen nicht allein zu lassen, die für Freiheit, Demokratie und Bürgerrechte kämpfen», sagte das Staatsoberhaupt bei der zentralen Gedenkveranstaltung am Samstag in Berlin. «Und sie verlangt von uns, dafür zu sorgen, dass sich Geschichte nicht wiederholt.»

Wulff erinnerte auch an den Fall der Mauer 1989. «Die Mauer fiel nicht, sie wurde umgestürzt», betonte er. Auch jetzt seien Veränderungen notwendig und noch mehr wirkliche Freiheit in Deutschland möglich. Dazu gehöre auch, Zuwanderer besser zu integrieren und für alle in der Gesellschaft noch mehr Entfaltungsmöglichkeiten zu schaffen.

Wulff gedachte der Toten an der Mauer und der innerdeutschen Grenze ebenso wie derer, die aus politischen Gründen inhaftiert und verfolgt wurden. Sie seien aber nicht die einzigen Opfer des DDR- Regimes gewesen. Millionen Menschen hätten in der DDR auf ein selbstbestimmtes Leben verzichten müssen. Unveränderbar sei vielen Jahre die Weltlage erschienen, deren Symbol die Mauer gewesen sei.

«Aber einmal mehr hat sich gezeigt: Am Ende ist die Freiheit unbesiegbar. Keine Mauer widersteht dauerhaft dem Willen zur Freiheit», sagte Wulff. Er erinnerte daran, dass der damalige Regierende Bürgermeister von Berlin, Willy Brandt, schon am Abend des 13. August 1961 den Bürgern in der DDR und in Ostberlin zugerufen habe, dass niemals Menschen auf die Dauer in der Sklaverei gehalten werden könnten.

Wulff kritisierte aber auch, dass sich viele mit Teilung und Mauer abgefunden hätten. Beschämend sei vor allem die um sich greifende Gleichgültigkeit in Westdeutschland gewesen: «Viele gewöhnten sich an die Mauer, viele verharmlosten sie.» Wer an die Nation, an Mauer und Stacheldraht erinnert habe, sei als Störenfried oder «Ewiggestriger» beschimpft worden. Unrecht von links habe weniger empört als Unrecht von rechts. Die Sandinisten in Nicaragua hätten mehr Anteilnahme als die ostdeutschen Bürgerrechtler gefunden.

In Anwesenheit der Angehörigen von Maueropfern warb Wulff um Verständnis dafür, dass nicht alles in der DDR geschehene Unrecht nach der Einheit verfolgt worden sei. «Wichtiger als die Höhe der Strafen war und ist das Signal, dass Verbrechen gegen die Menschlichkeit nicht ungestraft bleiben.»

Als Lehre aus diesem Kapitel forderte der Bundespräsident eine stärker zustimmende Grundhaltung zur Demokratie: «Begreifen wir dieses Gemeinwesen immer neu als das unsere.» Die Einheit ist nach Wulffs Ansicht «erstaunlich gut gelungen». Dies werde im Ausland oft schärfer wahrgenommen als im eigenen Land. Mit den Worten «Schätzen und schützen wir die Freiheit, die wir haben», beendete der Bundespräsident seine Rede.

Geschichte / Mauerbau / Bundespräsident
13.08.2011 · 11:05 Uhr
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