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Wulff bekräftigte Solidarität mit Japan

Wulff in JapanGroßansicht

Tokio (dpa) - Sieben Monate nach dem Tsunami und der Reaktorkatastrophe von Fukushima hat Bundespräsident Wulff bei einem Besuch in Japan anhaltende Solidarität und Unterstützung versichert: «Meine Trauer und mein Mitgefühl gelten den Familien und Freunden der über 16 000 Toten und 4000 Vermissten».

In Tokio besuchte er gemeinsam mit dem japanischen Kronprinzen Naruhito ein deutsch-japanisches Freundschaftsfest. «Wir teilen Ihr Leid», sagte der Bundespräsident. Im Beisein des Bundespräsidenten und des Kronprinzen überreichte der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, Rudolf Seiters, in Tokio einen symbolischen Scheck über 450 000 Euro zum Aufbau eines Gemeindezentrums in der Provinz Fukushima.

Wulff kündigte an, am Dienstag in die Sadt Iwaki im Katastrophengebiet zu reisen, um den Menschen dort seinen Respekt zu bekunden. Im Arisugawa-Park begrüßte der Bundespräsident ein deutsch-japanisches Hochzeitspaar und pflanzte eine Linde - im Juni hatte der Kronprinz am Amtssitz Wulffs im Park des Schlosses Bellevue einen Kirchbaum gepflanzt.

Der Bundespräsident wertete die enorme Anteilnahme in Deutschland nach der Tsunami- und Atomkatastrophe vom März 2010 auch als Beleg für die engen deutsch-japanischen Beziehungen. Insgesamt 54 Millionen Euro an Spenden und Hilfsleistungen seien aus Deutschland zusammengekommen.

Offizieller Anlass des sechstägigen Besuchs ist das 150. Jubiläum der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Berlin und Tokio. Die damals begonnene Freundschaft reiche weit über die Regierungen hinaus, sagte Wulff, der auch an die Sympathien erinnerte, die sich das siegreichen japanische Frauenfußball-Team bei der Weltmeisterschaft in Deutschland im Juli erworben habe.

Wulff wird am Montag vom japanischen Kaiser Akihito empfangen. Auch ein Treffen mit Ministerpräsident Noda Yoshihiko ist vorgesehen. In der Wirtschaftsdelegation, die den Bundespräsidenten begleitet, sind vor allem mittelständische Unternehmen aus der Umwelt- und Energietechnik vertreten.

In Kyoto eröffnet Wulff die erste deutsche Künstlerresidenz in Asien, die Villa Kamogawa. Dort können deutsche Künstler für einige Monate mit einem Stipendium arbeiten. In der Provinz Tokushima besucht Wulff das Deutsche Haus in Bando, wo an die Geschichte deutscher Kriegsgefangener des Ersten Weltkriegs erinnert wird. Auch am wichtigsten Shinto-Schrein des Landes in Ise wird der Bundespräsident erwartet.

Dem Jahrestag des 1861 unterzeichneten Freundschaftsvertrages zwischen beiden Ländern sind zahlreiche Veranstaltungen in Deutschland und Japan gewidmet. Im Juni war Kronprinz Naruhito in Berlin zu Gast.

Bundespräsident / Japan
23.10.2011 · 14:09 Uhr
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