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Wohin mit nicht mehr nutzbaren religiösen Schriften?

Berlin (dpa) - Seit Tagen protestieren in Afghanistan aufgebrachte Menschen gegen die unbedachte Koranverbrennung durch US-Soldaten.

Aber nicht nur im Islam, auch in anderen Religionen ist der Umgang mit religiösen Schriften und vor allem ihre Entsorgung ein heikles Thema und oft nicht ausdrücklich geregelt. Ein Vergleich:

KORAN: Der Umgang mit religiösen Büchern im Islam sei grundsätzlich sehr sorgfältig, sagt Bülent Ucar, Professor für Islamische Religionspädagogik an der Universität Osnabrück. Aber wenn ein Koran beschädigt wird, gibt es traditionell zwei Möglichkeiten: Die Tinte in Wasser auflösen, oder das Buch in der Erde begraben. Dazu solle man den Koran in ein sauberes Tuch wickeln und ihn an einem Ort vergraben, über den keine Menschen laufen, sagt die Hamburger Islamwissenschaftlerin Katajun Amirpur. Er kann auch mit einem Stein beschwert und in fließendes Wasser gelegt werden.

Der Erlangener Experte für Islamisches Recht, Mathias Rohe, kennt die Variante, gebrauchte Exemplare dem natürlichen Zerfall auszusetzen. Nach Angaben des Zentralrats der Muslime nehmen große islamische Buchdruckereien nicht mehr brauchbare Korane auch zurück und verbrennen oder zerteilen sie unter Aufsicht.

BIBEL: Im katholischen Kirchenrecht sei nicht festgeschrieben, wie eine Bibel entsorgt werden muss, sagt eine Sprecherin der Deutschen Bischofskonferenz. Aber es gibt Gepflogenheiten: Wenn eine Bibel stark beschädigt ist - und nur dann - soll sie in geweihter Erde vergraben werden, zum Beispiel auf einem Friedhof. Die Bibel darf auch verbrannt werden, allerdings auf keinen Fall öffentlich.

Auch in der evangelischen Kirche sei eine fachgerechte Entsorgung von Bibeln nicht geregelt, heißt es bei der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Generell gilt: Die Bibel als Buch soll gut und sorgsam behandelt werden. Allerdings ist nicht das Buch als Gegenstand heilig, sondern der Inhalt. Deswegen muss eine Bibel in Papierform nicht ewig aufgehoben werden.

TORA: Im Judentum gelten alle Schriften, die den Namen Gottes tragen, als heilig. Wird eine solche Schrift stark beschädigt, muss sie entweder begraben oder in einen eigens dafür vorgesehenen Raum gelegt werden - Genisa genannt. Heutzutage würden aus praktischen Gründen nicht mehr nutzbare heilige Schriften häufig in Kisten bei Beerdigungen mit in ein Grab gelegt, sagt der Vorstandsbeirat der Orthodoxen Rabbinerkonferenz Deutschlands, Julian-Chaim Soussan.

Konflikte / Afghanistan / USA
24.02.2012 · 14:59 Uhr
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