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Wissenschaftler: Greiskraut kann Leberkrebs auslösen

Bonn (dpa) - Nach dem Nachweis von Giftkraut in Rucola-Salat schlägt ein Bonner Wissenschaftler Alarm: Gelangt das Kraut in Salat- Packungen, ist dies für Verbraucher gesundheitlich gefährlich. Das Heimtückische: Rucola und das Gemeine Greis- oder Kreuzkraut (Senecio vulgaris) sehen ähnlich aus.

«Die Blätter gleichen sich, so dass Laien im Prinzip keinen Unterschied zwischen Rucola und der Giftpflanze erkennen können», warnte Helmut Wiedenfeld vom Pharmazeutischen Institut der Universität Bonn in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa am Mittwoch.

Beide Ackerpflanzen wachsen laut Wiedenfeld auf dem gleichen Boden und das Gemeine Kreuzkraut wird etwa auch so hoch wie die Rucola-Pflanze. «Das Gemeine Kreuzkraut ist quasi nicht auszumerzen, es sei denn man benutzt chemische Mittel», sagt der Wissenschaftler. «Aber bei Bio-Ware etwa geht das ja nicht.»

In einer 146-Gramm-Packung Rucola - die ihm zur Überprüfung aus Hannover zugeschickt und aus einem dortigen Supermarkt kommen soll - entdeckte Wiedenfeld nach eigenen Angaben 2608 Mikrogramm giftiger Pyrrolozidinalkaloide. «Das ist eine erschreckende Dosis.» Dabei werde die nach dem Arzneimittelgesetz zulässige Tagesdosis um das Mehrtausendfache überschritten. «Dass das ein gesundheitliches Risiko darstellt, ist offensichtlich. Der regelmäßige Verzehr über lange Zeit kann zu Leberkrebs führen.»

Auch in anderen Supermärkten seien verdächtige Funde aufgetaucht, sagte Wiedenfeld. «Weitere Proben - darunter von einer großen Lebensmittelkettel sind mir schon zur Untersuchung angekündigt.» Deshalb müsse dringend überprüft werden, wie das Gemeine Kreuzkraut in die Rucola-Packung gekommen sei und ob sich das wiederholen könne.

Wiedenfeld wies daraufhin, dass bereits vor mehr als zwei Jahren giftiges Kreuzkraut in einer abgepackten Salatmischung (Radicchio, Frisee- und Feldsalat) gefunden worden sei. «Damals warnte das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) nur vor der Gesundheitsgefährdung - ohne weitere Schritte einzuleiten», kritisierte der Wissenschaftler. «Seit zwei Jahren ist das auf die lange Bank geschoben worden. Es kann doch nicht sein, dass eine Bundesbehörde auf den Giftpflanzen-Fund nicht reagiert.» Von der Behörde erwarte er nun ein «konzentriertes Vorgehen».

Das Problem dürfe auch nicht auf die Länder abgeschoben werden, betonte Wiedenfeld. «Schließlich wächst die giftige Pflanze in ganz Deutschland und macht nicht vor Bundesländergrenzen halt.» Die Behörden müssten nun auch sorgfältig kontrollieren, um sicherzustellen, dass keine weiteren giftigen Salatpackungen in den Handel kämen.

Gesundheit / Lebensmittel / Handel
12.08.2009 · 15:14 Uhr
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