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Wirtschaftsweiser: Kaum Alternativen zu Eurobonds

Baden-Baden (dpa) - Der Wirtschaftsweise Lars Feld hält die Pläne für sogenannte Eurobonds, die heute in Brüssel vorgelegt werden sollen, für falsch, sieht aber kaum noch Alternativen für die Rettung der Währungsunion.

Die gemeinschaftlichen Euro-Anleihen könnten zwar kurzfristig die Probleme von Krisenländern lösen, langfristig setzten sie aber kaum Anreize für diese Staaten, ihre Schulden abzubauen, kritisierte der Wirtschaftswissenschaftler am Mittwoch im Südwestrundfunk.

Feld, Professor für Wirtschaftspolitik an der Universität Freiburg, warb erneut für den Vorschlag des Sachverständigenrats der Bundesregierung, dass die Länder für einen Teil ihrer Schulden selbst geradestehen müssen, alles darüber hinaus aber in einem gemeinsamen Tilgungsfonds gebündelt wird, der in spätestens 25 Jahren abgebaut werden muss. Er räumte jedoch ein, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) darauf «zurückhaltend» reagiert habe.

Außer Eurobonds und dem Vorschlag der Wirtschaftsweisen sieht Feld nur noch den massiven Ankauf von Staatsanleihen durch die Europäische Zentralbank (EZB) als Ausweg aus der Krise - der jedoch die Inflation in die Höhe triebe. Das derzeitige politische Vorgehen, den Euro-Rettungsschirm zu stärken, werde hingegen von den Finanzmärkten anscheinend nicht honoriert. «Das sieht eher so aus, als ob diese Alternative nicht laufen würde», meinte Feld.

EU / Finanzen
23.11.2011 · 11:47 Uhr
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