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Wirtschaftskrise macht Deutschen Angst

Eingangstür zum Arbeitsamt: Die Wirtschaftskrise macht den meisten Deutschen Angst.Großansicht
Berlin (dpa) - Die tiefe Wirtschaftskrise macht den meisten Deutschen Angst. Zwei von drei Bürgen fürchten, dass es mit der Wirtschaft weiter bergab geht. Fast genau so viele befürchten eine höhere Arbeitslosigkeit.

Dies geht aus der Langzeitstudie «Die Ängste der Deutschen 2009» hervor, die die R+V Versicherung am Donnerstag in Berlin vorstellte. Im Vergleich zum Vorjahr sind diese Ängste sprunghaft gestiegen. Trotzdem bleiben aber die meisten Deutschen gelassen. Der Index, der alle Ängste bündelt, liegt seit drei Jahren konstant bei 44 Prozent und damit niedriger als in den Jahren davor, wobei die Ostdeutschen etwas ängstlicher sind.

Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in Nürnberg befragt seit 1991 im Auftrag der Versicherung immer von Mitte Juni bis Mitte Juli die Deutschen nach ihren Ängsten. Für die repräsentative Stichprobe wurden 2365 Personen im Alter ab 14 Jahren befragt.

Wirtschaftsthemen sind 2009 eindeutig die größten Angstmacher. Die Sorge um eine Verschlechterung der Wirtschaftslage ist binnen Jahresfrist von 58 auf 66 Prozent gestiegen und belegt damit erstmals seit 2003 wieder den Spitzenplatz aller Ängste. Noch stärker mit einem Plus von 18 Punkten auf 65 Prozent hat die Angst vor einem Anstieg der Arbeitslosigkeit zugenommen. Angesichts der dramatisch angestiegenen Staatsverschuldung haben 63 Prozent der Deutschen große Angst, dass Sozialleistungen gekürzt werden könnten.

Die Furcht vor steigenden Lebenshaltungskosten folgt mit 63 Prozent auf Platz drei der Angstskala, ist aber deutlich gesunken. Vor einem Jahr fürchteten sich noch drei Viertel aller Bundesbürger vor einer Inflation. Umweltängste belegen mit 56 Prozent den vierten Platz, haben aber etwas abgenommen.

Weit hinten in der Skala der 16 abgefragten Befürchtungen liegt die Angst, Opfer einer Straftat zu werden (24 Prozent) und die Angst vor einem Krieg mit deutscher Beteiligung (31 Prozent). Vor Terrorismus fürchten sich 46 Prozent der Deutschen und damit wieder etwas mehr als vor einem Jahr (41 Prozent).

Wenn es um ihre persönlichen Befürchtungen geht, sind die Deutschen weniger ängstlich. Obwohl zwei Drittel eine höhere Arbeitslosigkeit befürchten, rechnen nur 48 Prozent damit, selbst arbeitslos zu werden. Weiterhin ganz am Ende der Skala steht die Angst vor einem Zerbrechen der Partnerschaft. Dies fürchten nur 16 Prozent.

Die Studie belegt, dass Frauen insgesamt etwas ängstlicher sind als Männer. 56 Prozent der Frauen sorgen sich um ihre Gesundheit, aber nur 43 Prozent der Männer. Nur vor eigener Arbeitslosigkeit und einem sinkenden Lebensstandard im Alter haben die Männer mehr Angst. Im Vergleich der Altersgruppen machen sich die 40- bis 59-Jährigen die meisten Sorgen. Wer 60 und älter ist, gibt sich gelassener. Trotz vieler gemeinsamer Sorgen zeigen sich noch Unterschiede zwischen Ost und West. 58 Prozent der Ostdeutschen bangen um ihren Arbeitsplatz (West: 46 Prozent). Auf Platz eins der ostdeutschen Sorgen steht mit 72 Prozent die Angst vor Inflation (West: 61).

Gesellschaft
03.09.2009 · 16:07 Uhr
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