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Winterchaos auf Deutschlands Schienen und Straßen

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Berlin (dpa) - Eisige Kälte und heftige Schneefälle haben in Deutschland und anderen Ländern Europas kilometerlange Staus, Zugausfälle und Flugverspätungen verursacht. Besserung ist kaum in Sicht: Auch in den kommenden Tagen bleibt es kalt, in der Nacht zum Sonntag droht Glatteisregen.

Auf Straßen und Autobahnen quer durch Deutschland ging am Donnerstag oft nichts mehr. Zwar waren tausende Räumfahrzeuge im Dauereinsatz, doch der Schnee fiel und fiel - und starker Wind türmte immer neue Verwehungen auf. «Es ist eine Katastrophe», fasste ein Sprecher der Autobahnpolizei Garbsen in Niedersachsen die Lage zusammen. Bei so niedrigen Temperaturen wie derzeit wirke Streusalz kaum noch.

In einigen Städten froren Weichen von S- und Straßenbahnen fest. Aber auch auf vier Rädern gab es oft kein Durchkommen. Es krachte Hunderte Male, meist blieb es bei Blechschäden. Schulbusse fielen aus, Pendler verspäteten sich.

Enorme Schwierigkeiten hatte die Deutsche Bahn. Züge blieben stecken, fielen aus oder verspäteten sich um Stunden. Das Problem sei vor allem die Kombination aus Schneefall, Dauerfrost und starkem Wind, sagte eine Sprecherin. Hunderte Bahnreisende verbrachten die Nacht am Frankfurter Hauptbahnhof, weil ihre Züge Richtung Ostdeutschland ausfielen. Sie schliefen in stehenden ICE-Zügen.

Anderswo in Europa sah es nicht besser aus. Auf den Autobahnen und Hauptstraßen Belgiens stauten sich die Autos auf einer Gesamtlänge von 500 Kilometern. In den Niederlanden wütete ein Schneesturm, hier gab es landesweit 400 Kilometer Stau. In Großbritannien lief nur die Hälfte des Schienenverkehrs nach Plan. Die Bergrettung wurde zur Versorgung eingeschneiter Autofahrer abkommandiert, einige mussten schon die zweite Nacht in Folge in ihren Fahrzeugen verbringen.

Auch in Frankreich, wo es etwa in der Bretagne 25 Zentimeter Neuschnee gab, fielen viele Züge aus, unter anderem der Eurostar zwischen London und Paris oder Brüssel. An den Pariser Großflughäfen Orly und Charles de Gaulle wurde bis zu ein Viertel der Flüge gestrichen. In Polen erfroren seit Wochenbeginn 18 Menschen, allein am Mittwoch gab es laut Polizei zehn Kältetote. Zum Beginn der Wintersportsaison am Wochenende stieg in Österreich und Italien die Lawinengefahr. Meteorologen warnten vor allem für Südtirol und die Dolomiten um Belluno.

Wetter / Verkehr / Luftverkehr
02.12.2010 · 17:17 Uhr
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