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Winter bringt Verkehr ins Rutschen

Auf der Frontscheibe eines Autos hat sich durch Regen eine Eisschicht gebildet. Foto: HannibalGroßansicht

Berlin/Offenbach (dpa) - Spiegelglatte Straßen haben Fußgänger und Autofahrer in Teilen Nord- und Ostdeutschlands wieder gefährlich ins Rutschen gebracht. Allerdings war die Lage am Dienstagmorgen meist weniger dramatisch als am Montag, oft blieb es bei Blechschäden.

Chaos löste das Winterwetter in Polen aus. Blitzeis verursachte in Berlin den zweiten Tag in Folge zahlreiche Unfälle mit verletzten Menschen. Bis zum Nachmittag rückte die Feuerwehr zu 820 Einsätzen aus, nach fast 2200 Einsätzen am Montag. Während die Glätte auf den Hauptstraßen mit Tausalz bekämpft wurde, blieben viele Nebenstraßen zunächst schwer befahrbar.

Im Stadtteil Neukölln stürzte ein 42-jähriger Dachdecker in den Tod: Er war trotz des Extremwetters für Dämmarbeiten auf das extrem glatte Dach eines Wohnhauses gestiegen, wie das Landesamt für Arbeits- und Gesundheitsschutz mitteilte.

Östlich von Berlin kam am Morgen der Busverkehr zum Erliegen: Sprühregen hatte in Cottbus und im Kreis Spree-Neiße viele Straßen in Rutschbahnen verwandelt. Lastwagen blockierten die Fahrbahnen. Die Lage war aber nicht so dramatisch wie am Montag, als die Polizei fast 500 Unfälle mit 46 Verletzten gezählt hatte.

Im Norden war besonders das östliche Schleswig-Holstein betroffen: In Lübeck wurden am Dienstagmorgen die Einsatzkräfte zum Teil im Minutentakt zu Glätteunfälle gerufen. Viele Radfahrer und Fußgänger kamen mit Knochenbrüchen in Krankenhäuser.

Am Montagabend hatte der Wintereinbruch zwei Menschen das Leben gekostet: Auf einer Bundesstraße gerieten zwei Frauen aus Lübeck mit ihrem Wagen auf die Gegenfahrbahn und prallten gegen einen Geländewagen, beide starben.

In Polen lösten Eisregen und Glätte ein Verkehrschaos aus: Mit mehr als 1000 Minuten Verspätung stellten Züge Medienberichten zufolge Verspätungsrekorde auf, nachdem Eisregen Schienen und Oberleitungen mit einer Eisschicht überzogen hatten. Für rund 200 Zugreisende in der Nähe des westpolnischen Ostrów Wielkopolski ging stundenlang gar nichts mehr: Sie waren in zwei Zügen eingeschlossen, wie der Nachrichtensender TVN24 berichtete.

In der zentralpolnischen Region Swietokrzyskie brachen Stromleitungen unter der Eislast zusammen. Mehr als 8500 Haushalte waren bis zum Nachmittag ohne Strom, wie ein Sprecher der Energiebetriebe sagte. Am Wochenende soll es in Polen minus 25 Grad kalt werden.

Das Deutschland-Wetter der nächsten Tage bringt der Wetterdienst auf die Kurzformel: Frost im Norden, Schnee an den Alpen, Schmuddelwetter im Westen. Insgesamt gewinnt kältere Luft die Oberhand.

Zwischen Erzgebirge und Nordsee wird es am kältesten, wie die Offenbacher Meteorologen voraussagten. Bis zum Wochenende steigen die Temperaturen auch am Tag nicht mehr über null Grad. Ab Donnerstag verharren die Temperaturen in Oder-Nähe tagsüber unter minus fünf Grad, nachts kann es bis zu minus 13 Grad kalt werden. «Das hat ja fast schon ein bisschen etwas von Winter, zumal dort nachts zweistellige Minusgrade erreicht werden», sagte Martin Jonas von der Vorhersagezentrale. Deutlich milder werde es im Westen und Süden.

Das bislang ungewöhnlich milde Wetter in Süddeutschland macht das beliebte Schlittenhunderennen im Schwarzwald am kommenden Wochenende unmöglich. «Wir sind traurig, da steckt ja immer viel Arbeit drin», sagte die Leiterin der Tourist Information in Todtmoos, Carina Matt. Jetzt bereiten sich die Veranstalter auf einen Ersatztermin im März vor. Für die Rennen in rund 900 Metern Höhe hatten sich in diesem Jahr etwa 100 Gespanne mit 800 Hunden angemeldet.

Wetter / Verkehr
21.01.2014 · 15:45 Uhr
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