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Will Sarah Palin Präsidentin werden?

Sarah Palin hat mit einer Interview-Serie einen selbst für US-Verhältnisse gewaltigen Medienwirbel losgetreten.
Washington (dpa) - Sarah Palin is back. Pünktlich zum Erscheinen ihres Buches hat die ehemalige Vizepräsidentschafts-Kandidatin mit einer Interview-Serie einen selbst für US-Verhältnisse gewaltigen Medienwirbel losgetreten.

Die Botschaft der konservativen Populistin, die vor einem Jahr an der Seite des Republikaners John McCain eine krachende Niederlage gegen Barack Obama einfuhr, ist ebenso kurz wie simpel: «Ich bin nicht dafür verantwortlich zu machen, dass wir das Rennen verloren haben.»

Politische Insider in Washington orakeln bereits, die attraktive 45-Jährige, die im Sommer völlig überraschend als Gouverneurin im Bundesstaat Alaska zurückgetreten war, nutze ihre Memoiren, um sich für das nächste Rennen um das Weiße Haus 2012 in eine Pole Position zu manövrieren. In einem Interview mit Talk-Meisterin Oprah Winfrey - einer bekennenden Obama-Unterstützerin - wiegelte Palin aber zunächst ab: «Das habe ich momentan nicht auf dem Radar.»

Nur eins steht schon heute fest: Das 430-Seiten-Buch «Going Rogue: An American Life» (Außer Rand und Band - Ein amerikanisches Leben) dürfte Palin zur Multi-Millionärin machen. Noch bevor am Dienstag an der Ostküste die ersten Buchläden öffneten, hatten die Online-Händler bereits einen Ansturm erlebt. Penibel errechnen TV- Sender, dass sie mit ihrem literarischen Wurf sowie bezahlten Redeauftritten in den nächsten Monaten und Jahren bis zu zehn Millionen Dollar (6,7 Millionen Euro) einstreichen könnte. Laut «New York Times» bekam sie bereits fünf Millionen Dollar, bevor auch nur ein einziges Buch ausgeliefert war. «Dieses Mal geht es Sarah Palin nicht um Wählerstimmen, sondern darum, Bücher zu verkaufen», meinte der TV-Sender CBS.

Dabei ist das Buch über weite Strecken kein Ausblick auf die Zukunft, sondern ein Blick zurück im Zorn. Eine  Abrechnung, nicht zuletzt mit den McCain-Leuten, die sie im Wahlkampf klein gehalten und in desaströse Interviews geschickt hätten, in denen sie sich durch ihre katastrophale Wissenslücken landesweit blamierte. Ansonsten zeichnet sich die ehemalige Schönheitskönigin und fünffache Mutter als das, was sie bereits im Wahlkampf darstellte - als ehrliches, aber raues Mädel aus dem Norden, dem Familie, Glauben und die Jagd über alles geht.

Doch selbst Republikaner zweifeln, ob Palin sich mit dem Waschen schmutziger Wäsche einen Gefallen tut. Immerhin, nach einer Umfrage des TV-Senders CNN, können sich lediglich ein Drittel der Amerikaner die Frau als Alaska als Präsidentin im Weißen Haus vorstellen. Palin selbst baut vor: «Ich brauche keinen Titel, um etwas zu verändern»

Innenpolitik / Leute / USA
17.11.2009 · 15:16 Uhr
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