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Wikileaks: USA haben «Spion» bei Nato-Chef

NATO-Generalsekretär Rasmussen im November vergangenen Jahres zusammen mit US-Präsident Obama.Großansicht

Oslo (dpa) - Die US-Regierung lässt sich nach Angaben aus der Dokumentensammlung des Enthüllungsportals Wikileaks von einem «Maulwurf» im Stab des Nato-Generalsekretärs Anders Fogh Rasmussen informieren.

Wie die norwegische Zeitung «Aftenposten» am Freitag berichtete, soll Washington auf diesem Weg interne Schriftstücke und andere Informationen aus der Brüsseler Nato-Zentrale erhalten.

Als Quelle nannte das Osloer Blatt 250 als «geheim» und «vertraulich» abgestempelte Depeschen aus der Brüsseler Nato-Vertretung der USA. Drei davon legte «Aftenposten auf der eigenen Internetseite aus. Die Zeitung verfügt unabhängig von Wikileaks über die komplette Sammlung von 250 000 US-Botschaftsdokumenten, aus der seit Ende 2010 Bruchstücke veröffentlicht worden sind.

Als Beispiel für die eigenmächtige Informationsbeschaffung der US-Regierung nannte «Aftenposten» einen vertraulichen Brief Rasmussens aus dem September 2009 an den Generalsekretär der von Russland beherrschten «Organisation des Vertrags über Kollektive Sicherheit» (CSTO). Darin wurde eine Nato-Initiative zu weitergehender Kooperation angekündigt, obwohl unter anderem den USA «das nicht besonders gefallen wird».

Obwohl es dazu noch keine Information an die Mitgliedsländer gab, intervenierte US-Außenministerin Hillary Clinton umgehend und ließ Rasmussen zur Streichung der Initiative auffordern. Sie wurde gestrichen.

Die Berliner Zeitung «Die Welt», die Zugang zu den Dokumenten bei «Aftenposten» hat, berichtete ebenfalls am Freitag, dass in der Amtszeit von Rasmussens niederländischem Vorgänger Jaap De Hoop Scheffer ein enger Mitarbeiter einen politisch heiklen Brief der russischen Führung weitergeleitet habe. Der Informant sei «strikt zu schützen», hieß es in der US-Depesche aus Brüssel nach Washington weiter.

«Aftenposten» berichtete, dass Rasmussen jeden Kommentar zu Dokumenten aus der Wikileaks-Sammlung abgelehnt habe.

Nato / Wikileaks / USA
11.02.2011 · 14:12 Uhr
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