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WikiLeaks-Gründer verteidigt Veröffentlichung

London (dpa) - WikiLeaks-Gründer Julian Assange hat auf einer Pressekonferenz die Veröffentlichung zehntausender geheimer Militärdokumente zum Irakkrieg verteidigt. Die Dokumente offenbarten klare Beweise für Kriegsverbrechen, sagte Assange am Samstag in London. Sie seien zudem redaktionell so bearbeitet, dass niemand gefährdet werde.

Die Enthüllungsplattform WikiLeaks hatte zuvor fast 400 000 geheime Militärdokumente über den Irakkrieg internationalen Medien wie dem «Spiegel», der «New York Times» und dem britischen «Guardian» zugespielt. Die US-Regierung und das Pentagon reagierten empört.

Die Dokumente enthüllen, dass im Irak mindestens 15 000 Zivilisten mehr getötet wurden als bisher bekannt. Zusätzlich werden Berichte über Folter und Erniedrigung veröffentlicht. WikiLeaks zitierte Augenzeugen mit den Worten: «Die einzigen Grenzen, die es gab, waren die Grenzen der Vorstellungskraft.» In der Mehrzahl der Fälle gehe es um Taten von Irakern gegen Iraker.

Die Veröffentlichung zeige die «Wahrheit», sagte Assange. «Der Irakkrieg war an jeder Ecke ein Blutbad.» Die jetzt öffentlich gemachten Dokumente zeigten lediglich ein umfassendes Bild aus dem Blickwinkel der US-Armee. Die Verwicklung von Geheimdiensten oder anderen nicht offiziellen Organisationen sei dabei nicht berücksichtigt.

Konflikte / Internet / USA / Irak
23.10.2010 · 13:02 Uhr
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