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Wiederholungstäter trifft Wulff mit rohem Ei

Eierattacke auf WulffGroßansicht

Wiesbaden (dpa) - Nach Horst Köhler nun Christian Wulff: Mit rohen Eiern hat ein Wiederholungstäter in Wiesbaden den derzeitigen Bundespräsidenten Wulff attackiert. Das 51-jährige Staatsoberhaupt war auf Antrittsbesuch in der hessischen Landeshauptstadt und nahm den Angriff gelassen.

Außer Wulff wurde auch Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) getroffen. Der Täter wurde sofort von Sicherheitskräften überwältigt. Der 48-Jährige aus Offenbach hatte laut Polizei schon im Oktober 2007 in Frankfurt den damaligen Bundespräsidenten Köhler attackiert. Erst Anfang Februar war das Verfahren gegen ihn wegen geringer Schuld eingestellt worden.

Der Eierwerfer hatte Köhler bei einem Besuch der Frankfurter Paulskirche mehrere Sekunden lang mit seinen Armen umklammert. Damals gab er Mietstreitigkeiten als Grund an, er wollte angeblich mit Köhler über seine Probleme reden. Wegen der Attacke musste der Ingenieur 40 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Er war zuvor zweimal von Frankfurter Gerichten wegen Nötigung verurteilt worden, im Revisionsverfahren stellte sich dann aber die Frage nach der Strafbarkeit seines Verhaltens. Hintergrund und Motiv der neuen Attacke blieben zunächst unklar.

Der Zwischenfall ereignete sich auf dem zentralen Wiesbadener Platz zwischen Rathaus und hessischem Landtag. Ein weiteres Ei hatte die Politiker verfehlt. Wenige Minuten nach der Attacke kam Wulff in einem anderen Jackett wieder aus dem Landtag und ließ sich mit einer Gruppe Mädchen fotografieren, die am «Girl's Day» das Berufsleben im hessischen Parlament kennenlernten. Später sprach er auch noch mit älteren Wiesbadener Bürgern.

Er habe selbst darum gebeten, die Sicherheitsmaßnahmen möglichst gering zu halten, sagte Wulff. «Ich möchte den Kontakt zu den Bürgern haben. Das setzt voraus, dass man auch einmal von einem Ei getroffen wird.» Für den Werfer empfinde er eher Bedauern. Die Sicherheitsmaßnahmen würden nicht erhöht.

Wulffs Ehefrau Bettina begleitete den Besuch nicht. Der frühere Ministerpräsident von Niedersachsen ist seit dem 30. Juni 2010 der zehnte Präsident der Bundesrepublik. Hessen ist das zwölfte Bundesland, dem er einen Antrittsbesuch abstattet.

Bundespräsident / Hessen
14.04.2011 · 16:39 Uhr
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