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Wieder Proteste in Frankreich - weniger Teilnehmer

Demonstrationen gegen RentenreformGroßansicht

Paris (dpa) - Die Proteste gegen die Rentenreform von Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy verlieren an Schwung. Am Tag nach der endgültigen Parlaments-Verabschiedung des Projekts beteiligten sich nach ersten Schätzungen deutlich weniger Menschen an Streiks als an den vorangegangenen Aktionstagen.

Vor allem im Schienen- und Luftverkehr gab es aber am Donnerstag wieder erhebliche Behinderungen. Die Luftfahrtbehörde DGAC hatte den Fluggesellschaften empfohlen, 30 bis 50 Prozent ihrer Verbindungen zu streichen.

Der neue Aktionstag wurde als wichtiger Stimmungstest für die weitere Beteiligung der Franzosen an den Protesten gewertet. Der größte Demonstrationszug setzte sich am Mittag am Pariser Place de la République in Bewegung, insgesamt waren 270 Demos geplant. Nach Regierungsangaben konnten die Gewerkschaften bis zur Tagesmitte rund 200 000 Reformgegner mobilisieren, am letzten großen Aktionstag waren es zur gleichen Zeit rund 480 000 gewesen.

«Die Unterstützung der Franzosen nimmt ab», sagte ein Meinungsforscher der Zeitung «Le Parisien». Nach jüngsten Zahlen sympathisieren nur noch 65 Prozent der Franzosen mit der Protestbewegung, vor einer Woche waren es noch 71 Prozent. Die Gewerkschaften hoffen dennoch, das Inkrafttreten des Gesetzes noch verhindern zu können. Sarkozy will diesen Schritt voraussichtlich Mitte November verkünden.

Die seit Wochen andauernden Streiks in der Ölindustrie waren bereits in den vergangen Tagen abgeflaut. Die Zahl der bestreikten Raffinerien nimmt ab, und auch an den Tankstellen des Landes kehrt langsam wieder Normalität ein. An Donnerstag gab es nur noch an jeder fünften Tankstelle Versorgungsprobleme. Jugendkrawalle blieben zunächst ebenfalls aus. Sie hatten in den vergangenen Wochen immer wieder Verletzte gefordert.

In der Nationalversammlung hatten am Mittwoch 336 Abgeordnete für die Reform und 233 dagegen gestimmt. Kern des Vorhabens ist eine Erhöhung des Renteneintrittsalters von 60 auf 62 Jahre. Wer mindestens 40,5 Jahre Beiträge gezahlt hat, kann derzeit mit 60 Jahren die volle Rente beziehen. Diese Altersgrenze soll nun bis 2018 auf 62 Jahre angehoben werden. Wer nicht genügend Beitragsjahre hat, soll künftig erst mit 67 die volle Rente bekommen. Bislang war dies mit 65 Jahren möglich.

Informationen der Bahn zum Protesttag

Soziales / Rente / Frankreich
28.10.2010 · 14:15 Uhr
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