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Wieder Anschlag auf nordirische Polizeistation

Erneut Bombenanschlag in NordirlandGroßansicht
London/Belfast (dpa) - Bei einem zweiten größeren Bombenanschlag in Nordirland innerhalb weniger Wochen sind zwei Menschen verletzt worden. Die Autobombe explodierte vor einer Polizeistation in der Stadt Newtownhamilton in der Grafschaft Armagh.

Weil es vorher eine Warnung gegeben hatte, konnte ein Großteil der Anwohner in Sicherheit gebracht werden. Die Polizeistation war zu dem Zeitpunkt kurz vor Mitternacht nicht besetzt.

Die Ermittler vermuten erneut eine radikale katholische Splittergruppe hinter der Tat. Die zwei Verletzten schwebten nicht in Lebensgefahr und wurden in ein Krankenhaus gebracht.

Ersten Erkenntnissen zufolge hatten die Täter das Auto etwa eine Stunde vor der Explosion vor der Polizeistation geparkt und mehrere Schüsse auf das Gebäude abgegeben. Dann waren sie geflohen. In einem Krankenhaus in Belfast war eine Warnung eingegangen. Die Feuerwehr evakuierte daraufhin Häuser in der Umgebung. Durch die Explosion wurden mehrere Häuser, ein Pub und ein Gemeindezentrum beschädigt. Bereits wenige Tage vorher war vor derselben Polizeistation eine Bombe entdeckt worden, die aber entschärft werden konnte.

In der Woche zuvor hatte die radikale Splittergruppe Real IRA einen Anschlag auf ein Gebäude des britischen Geheimdienstes in der Nähe von Belfast verübt. Dabei war ein Mann verletzt worden. Die Bombe dort war genau an dem Tag explodiert, als Nordirland erstmals seit 38 Jahren wieder einen eigenen Justizminister bekam und damit weitere Rechte aus London an die Regionalregierung in Belfast übergingen.

Die Gefahr neuer Anschläge in der Krisenprovinz sei derzeit so hoch wie seit 12 Jahren nicht mehr, zitierte der Sender BBC Sicherheitsbeauftragte. In Nordirland herrschten jahrzehntelang blutige Kämpfe zwischen Katholiken, die eine Vereinigung mit der Republik Irland anstrebten, und Protestanten, die weiter zu Großbritannien gehören wollen. Die britische Regierung hatte wegen der Unruhen 1972 die Kontrolle über Nordirland übernommen. In den vergangenen Jahren waren in einem Friedensprozess mehr Rechte an die Regionalregierung übertragen worden.

Politiker in Belfast und London kritisierten den erneuten Anschlag. «Nach den vielen Fortschritten, die wir in Nordirland gemacht haben, fragen sich die Menschen: Was wollen die republikanischen Extremisten jetzt erreichen?», sagte der neue nordirische Justizminister David Ford. Man dürfe ihnen keine Chance geben, den Friedensprozess zurückzuwerfen.

Nordirland / Konflikte / Großbritannien
23.04.2010 · 14:25 Uhr
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