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Widersprüchliche Angaben über Wulffs Kredit-Affäre

Berlin (dts) - Widersprüchliche Angaben über den umstrittenen Privatkredit von Bundespräsident Christian Wulff lassen ihn zunehmend unter Druck geraten. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" kam das Darlehen vermutlich doch von Unternehmer Geerkens. Dieser sagte dem "Spiegel", er selbst habe die Verhandlungen mit Wulff über den Kredit geführt.

Er habe sich auch überlegt, "wie das Geschäft abgewickelt werden könnte". Außerdem beruhe die freundschaftliche Verbindung in erster Linie auf dem Verhältnis zwischen Wulff und ihm. Die Zahlung des Darlehens sei zwar über ein Konto seiner Frau erfolgt, für dieses Konto habe er allerdings eine Vollmacht. Wulffs Anwälte widersprachen der Äußerung und legten in einer Erklärung dar, dass das Geld doch von Geerkens Ehefrau stamme. "Die Sparkasse Osnabrück hat bestätigt, dass der Scheck der Deutschen Bundesbank, der dem beurkundenden Notar zur Verfügung gestellt wurde, aus dem Konto von Frau Geerkens gedeckt wurde", hieß es in der Erklärung. Dazu liege der Anwaltskanzlei eine Bestätigung der Sparkasse Osnabrück vor. Herr Wulff habe zu keinem Zeitpunkt Anlass daran zu zweifeln, dass die Darlehenssumme – wie bei der Vereinbarung des Darlehens beschrieben – aus dem Vermögen von Frau Geerkens stamme, hieß es in der Erklärung der Anwälte. Die Linke forderte nach den jüngsten Informationen eine erneute Stellungnahme von Wulff. Dieser müsse seine geschäftlichen und finanziellen Beziehungen zum Ehepaar Geerkens "vollständig offen legen", forderte Fraktionsvize Ulrich Maurer gegenüber den Zeitungen der WAZ-Mediengruppe (Samstagausgabe). Auch die SPD zeigte sich irritiert. "Ich bin im Grunde sprachlos", sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Stefan Schostok. "Sollte es tatsächlich so sein, dass der Herr Bundespräsident erneut nicht die volle Wahrheit gesagt hat, dann haben wir eine sehr ernste Situation." Am kommenden Dienstag kommt der Ältestenrat des Landtages zusammen, um sich mit den Ereignissen zu befassen.
DEU / Parteien / Finanzindustrie
16.12.2011 · 21:50 Uhr
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