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Wetterkapriolen mit Wärmerekord und Überflutungen

Ein Blitz zuckt in Essen durch den Nachthimmel. Gewitter mit Starkregen haben im Ruhrgebiet und in Ostwestfalen zu massiven Überschwemmungen geführt.Großansicht
Offenbach/Düsseldorf (dpa) - Launisches Herbstwetter mit einem neuen Wärmerekord und heftigen Gewittern: Mit 30,9 Grad wurde am Mittwochnachmittag in Müllheim bei Freiburg ein Oktober-Rekord erreicht.

«Das ist ein neuer Top-Wert für Deutschland», sagte Gerhard Lux vom Deutschen Wetterdienst (DWD) am Donnerstag in Offenbach. Der bisherige Oktober-Spitzenwert war am 3. Oktober 1985 mit 30,8 Grad in Freiburg gemessen worden. In der Nacht zum Donnerstag waren weiter nördlich dagegen vielerorts Gummistiefel angesagt: Nach heftigen Regenfällen und Gewittern waren in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen zahlreiche Straßen überflutet. Die Feuerwehr musste viele vollgelaufene Keller leer pumpen.

Allein in Nettetal-Hülst bei Krefeld fielen von Mittwochfrüh bis Donnerstagfrüh 70 Liter Regen pro Quadratmeter, so viel wie sonst im ganzen Monat. Auch Verden bei Bremen und Drensteinfurt im Münsterland bekamen nach DWD-Angaben mit je 59 Litern pro Quadratmeter etwa ein Monatssoll an Regen ab. Im Ruhrgebiet und in Ostwestfalen waren Autobahnen und Straßen zum Teil kniehoch überschwemmt. Die A516 sowie die A59 im Stadtgebiet Duisburg mussten in beiden Fahrtrichtungen für mehrere Stunden wegen der Wassermassen gesperrt werden. Auf den Autobahnen zwischen Duisburg und Essen habe es «eine Überschwemmung nach der anderen gegeben», sagte ein Sprecher der Polizei Düsseldorf. «Teilweise war es so, als ob der Rhein auf die Autobahn umgeleitet wurde.»

Auch die A40 zwischen Duisburg und Essen und die A3 im Bereich Oberhausen wurden an einigen Stellen überflutet. Mehrere Fahrzeuge blieben auf den Fahrbahnen stehen, weil der Motor wegen des Wassers versagt hatte. Am Morgen wurde wieder Entwarnung gegeben: Rechtzeitig zum einsetzenden Berufsverkehr waren die meisten Straßen wieder frei.

In Niedersachsen mussten wegen Schlammlawinen zwei Straßen bei Hildesheim und Peine für mehrere Stunden gesperrt werden. In Hannover musste die Feuerwehr binnen weniger Stunden zu rund 70 Einsätzen ausrücken, um Keller leer zu pumpen. Auch im Westen Brandenburgs wurden mehrere Straßen überflutet.

Auch aus der Schweiz wurde ein Temperaturrekord gemeldet: Mit 20 Grad in Chur registrierte das Alpenland in der Nacht zum Donnerstag die wärmste Oktobernacht seit Beginn der Messungen im Jahr 1910.

Wetter / Unwetter
08.10.2009 · 13:26 Uhr
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