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Wetter hält Vulkanasche in der Luft

Offenbach (dpa) - Strahlender Sonnenschein, wolkenloser Himmel und kaum Wind - die Großwetterlage verhindert bisher, dass sich die isländische Vulkanasche über Mitteleuropa verzieht.

Im Gegenteil: Eine stabile Nordwestströmung in der Höhe bleibt nach der Prognose des Deutschen Wetterdienstes (DWD) auch in den kommenden Tagen erhalten, so dass Luft aus Island weiter Richtung Zentraleuropa transportiert wird.

Ob damit neuer Staub des Vulkans am Eyjafjalla- Gletscher Deutschland erreicht, war am Montag unklar. «Entscheidend wird sein, ob der Vulkan in den nächsten Tagen erneut größere Mengen an Asche und Staub freisetzt oder zur Ruhe kommt», teilte der DWD am Montag auf seiner Internet-Seite mit. Regen könnte auch helfen - ab Dienstag werden Schauer in Norddeutschland erwartet.

Derzeit liege Deutschland zwischen zwei Hochdruckgebieten - eines im Osten und eines über dem Atlantik, sagte DWD-Meteorologin Dorothea Paetzold. Beide Hochs drehen sich im Uhrzeigersinn, so dass es am Montag über Deutschland beinahe windstill war - daher wolkenlos und sonnig. Für die Nordwestströmung in fünf Kilometer Höhe sorgt ein Tief über dem Nordmeer und Skandinavien, östlich von Island. Tiefs drehen sich gegen den Uhrzeigersinn - «die stärksten Winde wehen demnach von Island über die Nordsee hinweg in Richtung Ostsee», sagte Paetzold.

Üblicherweise verdünnen sich Vulkanasche und Staub aus Höhen bis etwa zehn Kilometern über Grund nach Angaben der Meteorologen recht schnell, zum Teil wird der Staub auch durch Niederschläge ausgewaschen. Von unten sei die Staubwolke wenn überhaupt nur bei klarem Himmel durch eine leichte Trübung zu erkennen. Möglicherweise sorgten die Partikel in der Atmosphäre auch für besonders farbige Sonnenuntergänge.

Ungewöhnlich ist eine tagelange Nordwestwetterlage nicht. «Das gehört zum April», sagte Meteorologin Paetzold. Käme der Wind aus Westen oder Südwesten und brächte Regen mit, wäre die Vulkanasche sicher längst in Deutschland kein Thema mehr. Dass es jetzt anders ist - «das ist reiner Zufall», sagte Paetzold.

Wetterkarte: http://dpaq.de/rv9w9

Vulkane / Wetter / Island
19.04.2010 · 23:05 Uhr
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