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Weniger Drogentote in Deutschland

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Berlin (dpa) - In Deutschland gibt es wieder weniger Drogentote - die Zahl sank auf den niedrigsten Stand seit 2006. Nach Angaben der Bundesdrogenbeauftragten Mechthild Dyckmans starben im vergangenen Jahr 1331 Menschen an Drogen, acht Prozent weniger als im Jahr zuvor.

Die FDP-Politikerin, die die Zahlen am Donnersta gemeinsam mit dem Bundeskriminalamt (BKA) vorstellte, rechnet auch in den kommenden Jahren mit weniger Opfern. Sie will aber keine Entwarnung geben.

Die Zahl sank 2009 auf den drittniedrigsten Stand der vergangenen zehn Jahre. Im Jahr 2008 war der Stand mit 1449 Drogentoten noch der höchste seit fünf Jahren. «Der Rückgang im vergangenen Jahr zeigt, dass die Drogentodeszahlen langfristig sinken», sagte Dyckmans. «Das ist aber kein Grund, die Hände in den Schoß zu legen.»

Die meisten Rauschgiftopfer gab es 2009 in Nordrhein-Westfalen, Bayern, Berlin und Baden-Württemberg. Im Südwesten ging die Zahl fast um ein Drittel im Vergleich zu 2008 zurück, in NRW um knapp zehn Prozent, während sie in Berlin leicht stieg. Nach Berlin und Hamburg liegt München bei den Städten auf dem dritten Rang bei den Drogentoten. Die Zahlen der Opfer stiegen in Essen und Nürnberg, sanken aber stark in Leipzig und Hannover.

Die weitaus häufigste Ursache der Todesfälle sei eine Überdosis Heroin oder eine Mischung von Heroin mit anderen Drogen, erklärte Dyckmans. Der Anteil schwerer Erkrankungen wie Hepatitis C, Aids oder Leberzirrhose stieg weiter, weil die Opfer im Durchschnitt immer älter werden. Das Durchschnittsalter lag 2000 bei 33, 2009 bei 36 Jahren.

«Diese Entwicklungen zeigen, wie wichtig die Angebote zur gesundheitlichen Versorgung und Überlebenshilfe der Drogenabhängigen sind», sagte die Drogenbeauftragte. Dazu zählte sie Drogenkonsumräume und die Behandlung mit den künstlichen Stoffen Methadon und Diamorphin. Dyckmans will die Vorsorge in den Mittelpunkt stellen, um schon den Einstieg junger Menschen in den Drogenkonsum zu verhindern.

Die Zahl erstmals auffälliger Konsumenten harter Drogen ging um fast sechs Prozent auf 18 139 zurück, sagte der Präsident des Bundeskriminalamts, Jörg Ziercke. Das war der zweitniedrigste Wert der vergangenen zehn Jahre. Einen Höchststand gab es bei denjenigen, die erstmals mit dem Konsum von Amphetaminen wie Speed auffielen. Dagegen gingen die Zahlen für Ecstasy oder LSD hierbei deutlich zurück.

Die Behörden stellten im vergangenen Jahr 1707 Kilogramm Kokain und 758 Kilo Heroin sicher, jeweils deutlich mehr als im Jahr zuvor. «Deutschland ist nach wie vor ein wichtiger Markt für Heroin und Kokain», sagte der BKA-Präsident. Afghanistan sei weiterhin das Hauptursprungsland für Heroin, während Kokain vor allem aus Südamerika nach Europa komme. Vor allem in NRW gebe es noch immer zahlreiche Cannabis-Plantagen, weil die Niederlande in ihrem Land verstärkt dagegen vorgingen. Trotz eines Rückgangs zählte das BKA bundesweit 342 überdachte Plantagen und 67 unter freiem Himmel.

Kriminalität / Drogen
25.03.2010 · 15:47 Uhr
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