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Weltweite Rekordzahl junger Arbeitsloser 2009

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Genf (dpa) - Die Jugendarbeitslosigkeit ist laut einer UN-Studie während der Wirtschafts- und Finanzkrise weltweit auf einen Rekordwert geklettert.

Von 2007 bis 2009 stieg die Arbeitslosenquote bei den 15- bis 24-Jährigen von 11,9 auf 13,0 Prozent, teilte die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) in Genf mit. «Die Auswirkungen der Krise waren massiv», sagte ILO-Ökonomin Sara Elder und warnte vor einer «verlorenen Generation». Für dieses Jahr erwartet die UN-Behörde einen weiteren leichten Anstieg auf 13,1 Prozent und für 2011 einen Rückgang auf 12,7 Prozent.

Bei der Einschätzung der Zahlen ist zu beachten, dass in Entwicklungsländern nicht Arbeitslosigkeit das Hauptproblem der jüngeren Generation ist, sondern Armut. Denn selbst wer sich in diesen Ländern mit mehreren Jobs durchschlägt, erzielt dadurch keine ausreichenden Einkünfte. So liegt die Jugend-Arbeitslosenquote für arme und bevölkerungsreiche Länder in Asien und im südlichen Afrika laut der Studie klar unter dem weltweiten Schnitt. Überdurchschnittlich hoch ist sie hingegen in den Industrieländern, wo die ILO für dieses Jahr von einem Wert in Höhe von 19,1 Prozent ausgeht.

Eine absolute Zahl für Deutschland wird in dem Bericht nicht genannt. Der Trend verläuft hierzulande jedoch anders: Nach Angaben des Statistischen Bundesamts vom Vortag liegt die Quote derzeit bei 11,0 Prozent, der Höchststand der jugendlichen Erwerbslosen war 2005 (15,2 Prozent), also weit vor dem Ausbruch der Krise, erreicht worden. Auch wird nicht einmal jeder Zweite in dieser Altersgruppe in der Statistik berücksichtigt - die meisten jungen Menschen sind nicht am Arbeitsmarkt aktiv, weil sie zur Schule gehen oder studieren.

Die IG Metall weist jedoch darauf hin, dass als Folge der Krise in Deutschland die Zahl der «prekären» Beschäftigungsverhältnisse wie Praktika, Zeitarbeit, befristete und Niedriglohn-Jobs auch bei Jugendlichen zugenommen hat. Der zweite Vorsitzende der Gewerkschaft, Detlef Wetzel, verlangte daher am Donnerstag von der Bundesregierung die unverzügliche Einsetzung einer Arbeitsgruppe, die diesem Trend auf den Grund geht. «Die Jungen sind die Verlierer der Krise», sagte Wetzel. Fast 40 Prozent der jungen Menschen, die in Deutschland einen Job suchten, fänden nur ein prekäres Beschäftigungsverhältnis. Die IG Metall fordert in diesem Zusammenhang, Leiharbeit zu begrenzen und die gleiche Bezahlung wie bei den Stammarbeitern durchzusetzen.

ILO-Jahresbericht

Arbeitsmarkt / Jugend
12.08.2010 · 16:34 Uhr
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