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Weltweite Entrüstung nach Taliban-Anschlag in Kabul

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Kabul/New York (dpa) - Der Tod kam beim Abendessen. Mindestens 24 Menschen sterben bei einem Anschlag der Taliban auf ein Restaurant in Kabul. Unter den Toten sind viele Ausländer - die Welt reagiert mit Entsetzen.

Die Vereinten Nationen (UN) und die Europäische Union (EU), deren Mitarbeiter unter den Opfern waren, verurteilten den Anschlag vom Freitagabend auf ein unter Ausländern beliebtes und stark gesichertes Restaurant auf das Schärfste. Auch der afghanische Präsident Hamid Karsai zeigte sich entrüstet, übte aber zugleich Kritik an den westlichen Verbündeten.

Scharfe Worte kamen von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon. Solche Anschläge auf Zivilisten seien «völlig inakzeptabel» und ein «abscheulicher Bruch der internationalen Menschenrechte», sagte Ban. «Sie müssen sofort aufhören.»

Auch der UN-Sicherheitsrat zeigte sich entsetzt. Das Gremium äußerte erneut seine tiefe Besorgnis über die Bedrohung, die die Taliban, das Terrornetzwerk Al-Kaida und andere bewaffnete Gruppen für die Bevölkerung, die afghanischen Sicherheitskräfte, die internationale Schutztruppe und die internationalen Hilfsorganisationen darstellten.

Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen reagierte ebenfalls entrüstet. «Solche wahllosen Terror- und Zerstörungstaten können niemals gerechtfertigt werden», sagte er. Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton versicherte, die EU werde das afghanische Volk weiter unterstützen.

Auch Außenminister Steinmeier zeigte sich bestürzt und verurteilte den «feigen Anschlag in Kabul», wie ein Sprecher des Auswärtigen Amtes am Samstag sagte. Meldungen über deutsche Opfer könnten derzeit nicht bestätigt werden, hieß es weiter.

Bei dem Angriff starben nach Polizeiangaben insgesamt 24 Menschen - 13 Ausländer, acht afghanische Zivilisten sowie die drei Taliban-Angreifer. Unter den Toten sind nach Angaben des afghanischen Innenministeriums auch vier Frauen. Auch der Afghanistan-Vertreter des Internationalen Währungsfonds (IWF), der Libanese Wabel Abdallah (60), wurde nach Angaben von IWF-Chefin Christine Lagarde getötet.

Nach Angaben aus London, Kopenhagen und Brüssel waren auch zwei Briten sowie eine dänische Mitarbeiterin der europäischen Polizeimission Eupol unter den Todesopfern. Die US-Botschaft in Kabul bestätigte, dass «mindestens zwei amerikanische Privatpersonen» unter den Toten waren.

Angaben der Taliban, wonach Deutsche unter den Opfern seien, wurden bis Samstag nicht bestätigt. Die Taliban, die sich zu dem Anschlag bekannten, sprachen am Samstag von insgesamt 37 Toten - «29 ranghohe ausländische Eindringlinge und acht afghanische Söldlinge». Angaben der Taliban zu Opfern waren in der Vergangenheit jedoch stets ungenau oder übertrieben.

Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid teilte mit, der Selbstmordanschlag habe gezielt Ausländern in der Stadt gegolten. Es habe sich um einen Vergeltungsschlag für ein «Massaker» in der Provinz Parwan in dieser Woche gehandelt. Dort waren nach Darstellung eines Mitarbeiters aus dem Büro von Präsident Karsai bei dem Nato-Luftangriff sieben Kinder und eine Frau getötet worden.

Mit Blick darauf forderte Karsai die Nato auf, genauer zwischen Freund und Feind zu unterscheiden. «Wenn die von den USA angeführten Nato-Truppen Partner und Alliierte der Afghanen sein wollen, dann müssen sie den Terrorismus bekämpfen», hieß es in einer am Samstag veröffentlichten Erklärung des Präsidenten. Er warnte davor, «Terroristen und Opfer» zu verwechseln, eine Anspielung auf zivile Opfer bei Einsätzen der internationalen Schutztruppe ISAF.

Nach Erkenntnissen der Polizei hatten drei Taliban das stark abgesicherte libanesische Spezialitäten-Restaurant im Viertel Wazir Akbar Khan angegriffen, in dem viele ausländische Botschaften ihren Sitz haben. Einer der Angreifer schaltete das Wachpersonal aus, indem er das am Körper getragene Sprengstoffpaket zündete. Seine beiden Komplizen stürmten daraufhin das Restaurant und feuerten auf Gäste und Angestellte. Dabei starb auch der libanesische Besitzer des Restaurants. Die Angreifer wurden später bei Schusswechseln mit der Polizei getötet.

In den vergangenen Tagen hatte es mehrere Angriffe in Kabul gegeben, darunter auch einen Selbstmordanschlag. In einem zweiten Fall war ein Selbstmordattentäter erschossen worden, bevor er seine Bombe zünden konnte.

Konflikte / UN / Afghanistan
18.01.2014 · 14:21 Uhr
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