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Weltweit Trauer über Holbrookes Tod

Richard HolbrookeGroßansicht

Washington/Berlin (dpa) - Trauer in den USA, weltweite Anerkennung für einen globalen Krisenmanager: Der amerikanische Top-Diplomat Richard Holbrooke ist tot.

Der 69-Jährige, der zuletzt US- Sondergesandter für Afghanistan und Pakistan war, starb im Krankenhaus, nachdem ihm eine Hauptschlagader geplatzt war. Holbrooke galt vor allem als Architekt des Dayton-Friedensabkommens von 1995, das den Krieg in Bosnien beendete. Präsident Barack Obama sprach von einem «echten Giganten der amerikanischen Außenpolitik».

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon bezeichnete Holbrooke als «Legende». Der Tod des Spitzendiplomaten habe ihn tief getroffen, erklärte der Südkoreaner am Dienstag in New York. Holbrookes Amt als Sondergesandter übernimmt vorerst sein bisheriger Stellvertreter Frank Ruggiero, der seit Juli den Vize-Posten innehat und zuvor mehrere hohe Posten im Außenministerium bekleidete.

Präsident Obama ist gerade dabei, Bilanz des Afghanistankrieges zu ziehen. In Kürze soll ein entsprechender Bericht vorgelegt werden, an dem Holbrooke bis zu seinem Tod mitgearbeitet hat. Der Diplomat galt als einer der wichtigsten Stützen des Präsidenten bei der Einschätzung der Krisenregion.

Obama meinte, der Verstorbene habe «Amerika stärker, sicherer und respektierter gemacht». Sein Einsatz für den Frieden werde nicht vergessen. Holbrooke, dessen Mutter aus Stuttgart stammt, habe sich besonders um das Elend von Flüchtlingen und Vertriebenen gekümmert, meinte Obama weiter.

Der britische Premier David Cameron sprach von einem «unermüdlichen Kämpfer für den Frieden» und «wahren Diener des Volkes». Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton meinte: «Europa wird sich ganz besonders an seine historische Rolle als Friedensbringer für den Balkan erinnern.»

Holbrooke, der wegen seiner Hartnäckigkeit auch «Bulldozer» genannt wurde, war am Freitag während einer Sitzung zusammengebrochen. Er wurde 21 Stunden lang an einem Riss der Hauptschlagader am Herzen operiert. Sein Zustand blieb aber kritisch. Am Montagabend (Ortszeit) starb er.

«Der Fortschritt, den wir in Afghanistan und Pakistan gemacht haben, ist nicht in geringem Maße seinem rastlosen Einsatz für Amerikas nationale Interessen sowie dem Einsatz für Frieden und Sicherheit zu verdanken», sagte Obama.

Dagegen äußerte sich der afghanische Präsident Hamid Karsai demonstrativ zurückhaltend. Er sei «betrübt», hieß es in einer knappen Erklärung des Präsidentenpalastes in Kabul. Darin wurden zwar die Erfolge für die USA genannt, nicht aber diejenigen in Afghanistan. Hintergrund der kühlen Reaktion: Das Verhältnis zwischen Karsai und Holbrooke galt als angespannt.

Der Kommandeur der Internationalen Afghanistan-Schutztruppe Isaf, David Petraeus, ehrte dagegen den Toten als «wahren Titanen». «Das ist ein tragischer Verlust für unser Land, diese Region und unsere Welt», sagte der US-General. Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hob «die diplomatischen Fähigkeiten, die strategische Vision und die legendäre Entschlossenheit» des US-Diplomaten hervor. Holbrookes Diplomatenkarriere begann in den 60er Jahren in Vietnam. Als junger Mann war er auch bei den Vietnam- Friedensverhandlungen dabei. Als sein diplomatisches Meisterwerk galt das Dayton-Abkommen. Es heißt, der Diplomat, der für seinen offensiven Verhandlungsstil bekannt war, habe dabei vor allem die serbischen Machthaber offen unter Druck gesetzt.

Von den beteiligten Regierungen auf dem Balkan gab es am Dienstag zunächst keine Reaktionen. Allerdings fielen Leserbriefe an bosnische Zeitungen nicht immer positiv aus. In einem Brief an die Zeitung «Dnevni Avaz» in Sarajevo hieß es, der Diplomat habe zwar den Krieg beendet, aber auch die Teilung Bosnien-Herzegowinas hingenommen.  

Konflikte / Personen / USA / Afghanistan / Pakistan
14.12.2010 · 21:33 Uhr
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