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Weltpresse: «Kleiner Weltmeister», große Perspektive

Hamburg (dpa) - «Jogi's Boy Group» entzückt die Weltpresse: Mit forschen Auftritten hat sich die junge deutsche Fußball-Nationalelf in Südafrika zum «kleinen Weltmeister» mit großer Perspektive aufgeschwungen.

«Deutschland hat in dem Trost-Finale erneut sein Talent unter Beweis gestellt. Und dies mit einer Mannschaft, deren Altersdurchschnitt bei 25,2 Jahren liegt. Löws Team hat noch viel zu bieten, wie sich spätestens bei der EM 2012 zeigen wird», orakelte «El Mundo» in Spanien am Sonntag nach dem 3:2 (1:1) der DFB-Auswahl im Spiel um Platz 3 über Uruguay. Die schwedische Zeitung «Expressen» wurde noch deutlicher und ging sogar einen Schritt weiter: «Die Deutschen gehören schon jetzt zu den WM-Favoriten in Brasilien 2014.»

«Der Star ist das Team. Nicht miteinander wurde gespielt, sondern vor allem füreinander», lobte Bundespräsident Christian Wulff am Sonntag in der DFB-Pressekonferenz in Erasmia die Auftritte der Elf von Joachim Löw. Er verwies darauf, dass die Mannschaft als die vielleicht beste seit 1972 gelte. Selbst der Bundestrainer bekannte: «Wir haben ein weltmeisterliches Turnier gespielt und die Spieler sich wie Champions verhalten.» Immerhin sprang zum vierten Mal nach 1934, 1970 und 2006 der dritte Platz mit der Bronzemedaille als verdientem Lohn heraus.

«Deutschland hat den dritten Platz abonniert», schrieb «Il Tempo» in Italien. «Ein großer, wunderbarer WM-Abschluss. Die Deutschen haben sich jedes Gramm ihrer Bronzemedaille verdient», urteilte die dänische Zeitung «B.T.». «Mit dem 3:2 sicherte sich eine der besten Mannschaften des Turniers Bronze», schrieb die niederländische «Het Parool». Und der Schweizer «Blick» titelte: «Deutschland wieder kleiner Weltmeister.»

«El País» erklärte - ohne ihn namentlich zu nennen, Löw zum Vater des Erfolges: «Deutschland hat, wie fast immer, gewonnen und so das Ergebnis der vorigen WM wiederholt. Der Schüler hat den Lehrmeister Klinsmann eingeholt.» Als Matchwinner gefeiert wurde der 3:2- Siegtorschütze: «Sami Khedira war der König eines verrückten Spiels», schrieb «Marca». Und das schwedische «Aftonbladet» kam zu diesem Schluss: «Bronze für die Sympathie-Weltmeister und Lob für Uruguays Celeste. Egal, wer das Finale gewinnt: Wir werden uns an eine WM erinnern, bei der uns Forlán, Lugano, Schweinsteiger, Özil und Müller reich beschenkt haben.»

Erfreut wurde registriert, dass das oft als «Spiel um die Goldene Ananas» bezeichnete «kleine Finale» große Klasse war. Von wegen, es geht um nichts mehr. «Deutschland und Uruguay haben gezeigt, dass die Durchführung dieser Partie durchaus zu vertreten ist», schrieb die Schweizer «NZZ am Sonntag». Österreichs «Die Presse» lobte: «Selbst der strömende Regen konnte diesem offensiven, undisziplinierten, leichten Treiben keinen Abbruch tun. Es war Fußball, wie man ihn in den vergangenen 30 Tagen in Südafrika nie gesehen hat.» Der «Kurier» ergänzte trocken: «Den Eindruck, dass es sich ums höchstdotierte Freundschaftsspiel der Fußball-Welt handelt, hatte man nie.»

Fußball / WM / Reaktionen / Uruguay / Deutschland
11.07.2010 · 16:23 Uhr
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