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Weltklassekeeper Buffon auf den Spuren von Dino «Nazionale»

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Kiew (dpa) - Gianluigi Buffon ist ein Weltklassetorwart, ein souveräner Kapitän und einer der coolsten Typen des italienischen Fußballs. Gewinnt er nach der Weltmeisterschaft 2006 in Berlinden EM-Pokal in Kiew, wird er in Italien auch noch zur Fußball-Legende.

Dann steht der «Portierone» (Torwartgigant) von Juventus Turin endgültig auf einer Stufe mit Dino «Nazionale» Zoff.

Als einziger Italiener bislang wurde Zoff sowohl Europameister (1968) als auch Weltmeister (1982). Diesen Rekord will «Gigi» Buffon brechen. Wohl auch deshalb hat Buffon nach dem Viertelfinalsieg gegen England und dem Triumph gegen Deutschland im Halbfinale nicht ausgelassen gejubelt: «Ich mache keine Freudensprünge für ein Halbfinale. Ich werde jubeln, wenn ich den Cup hochhalte», meinte der Keeper. «Ich bin nicht hier, um Zweiter zu werden.»

Der 34-jährige Routinier ist der große Rückhalt der Azzurri - nicht nur als Torwart, auch als Kapitän: «Große Spieler wie Buffon geben Sicherheit», schwärmte Italiens Fußball-Verbandspräsident Giancarlo Abete. Trainer Cesare Prandelli verbindet ein sehr enges Vertrauensverhältnis mit Buffon. Auch die hartnäckigsten Nachfragen blockte der Coach im Casa Azzurri in Krakau stets ab. «Was wir besprechen, bleibt zwischen Buffon und mir», betonte Prandelli.

Als Kapitän wägt auch Buffon seine Worte genau ab, obwohl er ansonsten schon mal gern daher plaudert. Seine Facebook-Einträge füllen Bildschirme, die Zeitungsberichte von seinen Pressekonferenzen ganze Seiten. Wehe, wenn er sich mal wieder in Rage redet. So wie kurz vor der EM, als er zu einem Rundumschlag gegen Medien und Justiz ausholte. Steuerfahnder hatten Zahlungen von ihm in Höhe von 1,6 Millionen Euro an ein Wettbüro in Parma gefunden. Damit war auch Buffon in den Wettskandal hineingezogen.

Wütend erklärte er kurz vor der Abreise nach Polen, mit dem Wettskandal nichts zu tun zu haben. Der Wettbüro-Besitzer sei ein alter Freund und wickle für ihn Immobilien-Deals und andere Geschäfte ab, so Buffon. Kein Euro sei in Wetten geflossen, betonte sein Anwalt. «Ich kann mit meinem Geld machen, was ich will», echauffierte sich Buffon. In der Vergangenheit hat er sehr wohl gern gewettet. 2006 gab Buffon zu, rund zwei Millionen Euro verzockt zu haben.

Spätestens seit dem Elfmeter-Krimi gegen England wird nicht mehr über die Wettleidenschaft, sondern nur noch über seine Leistungen im Tor und seine Führungsqualitäten gesprochen. Mit den Worten «Forza ragazzi - wir gehen jetzt da hin und siegen!» schwor er seine Mitstreiter auf den Showdown im Viertelfinale ein. Dann hielt er einen Elfmeter und gab Alessandro Diamanti auch noch den entscheidenden Tipp für den Schuss zum 4:2-Triumph.

Mit dieser Sicherheit führte er die Azzurri 2006 auch in Deutschland zum Weltmeistertitel und Juventus Turin in dieser Saison zur Meisterschaft. Auch dank Buffons Glanzparaden blieb Juve in der Serie A eine Saison lang ungeschlagen. Gelingt ihm dieses Kunststück nun auch mit der Squadra Azzurra bei der EM, wird er endgültig zur zweiten Torhüter-Legende Italiens. Dann steht Gianluigi Buffon auf einer Stufe mit Dino «Nazionale».

Fußball / EM / Italien
01.07.2012 · 09:38 Uhr
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