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Weiterer US-General sieht Afghanistan-Abzug skeptisch

General James Conway befürchtet, «dass der Feind möglicherweise davon zehrt», wenn die US-Streitkräfte aus Afghanistan abziehen. (Symbolbild)Großansicht

Washington (dpa) - In den USA hat sich ein weiterer General kritisch zu der Festlegung auf einen Abzugstermin für die amerikanischen Afghanistan-Truppen geäußert.

Der Plan von Präsident Barack Obama, vom Juli 2011 an die Soldaten aus Afghanistan zurückzuholen, könnte den Einsatz für die Truppen dort schwieriger machen, sagte der Kommandeur der US-Marineinfanteristen, General James Conway, am Dienstag (Ortszeit) in Washington. Zuvor hatte bereits der US-Oberkommandeur in Afghanistan, David Petraeus, Kritik an den Plänen Obamas geübt.

«Wir glauben, dass der Feind möglicherweise davon zehrt», sagte Conway. In abgehörtem Funkverkehr erklärten die Taliban bereits, die Zeit bis zum Abzug einfach nur abwarten zu müssen. Die «New York Times» sprach daraufhin vom «bei weitem schärfsten öffentlichen Kommentar eines ranghohen Kommandeurs über den Zeitplan des Weißen Hauses».

Conway fügte hinzu, dass es «ein paar Jahre» dauern werde, bis es die Bedingungen im Lande erlauben, die volle Verantwortung für die Sicherheit an afghanische Truppen zu übergeben. Auch die Marines müssten sich darauf einstellen, dass es «noch eine Weile dauern könnte», sagte der General, der im Herbst in den Ruhestand geht.

Petraeus hatte vor gut einer Woche gesagt, man dürfe im Kampf gegen die Taliban nichts überstürzen, da man sonst den Erfolg riskiere. Der Krieg sei zäh und von einem ständigen «auf und ab» geprägt. Daher sei es viel zu früh, um abschätzen zu können, wann er beendet werden könnte, sagte der Oberbefehlshaber der US- und NATO-Truppen. Das Weiße Haus nannte es daraufhin «unverhandelbar», die ersten US- Soldaten vom Juli nach Hause zu holen.

Obama hatte den Abzugsbeginn zum Sommer nächsten Jahren im Dezember 2009 als eine Bedingung für seine Entscheidung genannt, 30 000 weitere Soldaten in den Krieg zu schicken und das Truppenkontingent auf rund 100 000 auszubauen. Der Präsident und sein Verteidigungsminister Robert Gates hatten jedoch bereits mehrfach angedeutet, dass zunächst nur eine kleine Zahl der Soldaten in die Vereinigten Staaten zurückkehren werde.

Konflikte / USA / Afghanistan
25.08.2010 · 10:44 Uhr
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