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Weitere Todesurteile nach Unruhen in China

Ein Sicherheitsbeamter in der Stadt Ürümqi vor einer Moschee. (Archivbild vom 10. Juli)Großansicht
Peking (dpa) - Nach den blutigen Unruhen mit rund 200 Toten Anfang Juli im Nordwesten Chinas sind erneut sechs Menschen zum Tode verurteilt worden.

Das Gericht in Ürümqi, der Hauptstadt der Region Xinjiang, fand die sechs Angeklagten am Donnerstag des Mordes, der Brandstiftung und anderer Verbrechen für schuldig. Drei weitere Angeklagte wurden zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt, fünf erhielten lange Gefängnisstrafen, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete.

Bei den Unruhen, die am 5. Juli in Xinjiang ausbrachen, sind nach offiziellen Angaben 197 Menschen ums Leben gekommen und 1600 verletzt worden. Exiluiguren gehen von bis zu 800 Todesopfern aus. Bereits am Montag waren sechs Uiguren zum Tod verurteilt worden. Rund 430 Menschen sitzen noch in Haft. Bei den am Donnerstag zum Tode Verurteilten handelt es sich um fünf Uiguren und einen Han-Chinesen. Drei der Todesurteile können nach zwei Jahren bei guter Führung in lebenslange Haftstrafen umgewandelt werden.

Die Proteste hatten sich entzündet, als Uiguren in Ürümqi auf die Straße gegangen waren und von der Regierung die Aufklärung des Todes von zwei uigurischen Arbeitern gefordert hatten, die in Südchina von einem Mob von hunderten Menschen angegriffen worden waren.

Zwischen Uiguren und Chinesen herrschen schon länger Spannungen. Das vornehmlich im Nordwesten lebende muslimische Turkvolk fühlt sich von den Chinesen politisch, kulturell und wirtschaftlich unterdrückt.

Konflikte / Minderheiten / Prozesse / China
15.10.2009 · 13:53 Uhr
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